Bewässerung 2.0

Jetzt wisst ihr schon, worum es geht. Michel hat sich ein Update für unsere automatische Bewässerung des Gemüsegartens ausgeklügelt. Statt den Tröpfelschlauch von Hochbeet zu Hochbeet zu leiten, soll die Verteilung über ein am Boden liegendes PVC-Rohr-System erfolgen, welches dann an jedem Beet einzeln hochgeleitet wird. Zuerst einmal muss dafür das auf Rolle gelieferte Material "entbogen" werden. Gar nicht so leicht! Deswegen schauen wir uns auf Björns Schrottplatz nach einem Stück Rohr um, das uns dabei behilflich sein soll. Kurz ein Foto an Björn, ob wir das zocken dürfen. Daumen hoch zurück. Ran ans Werk.                                                      Danke @ Björn!

Etwas "special" wird es an den beiden Betonringen, denn die Befestigung ist etwas aufwändiger... Als nächstes werden alle hochführenden Abzweigungen verbunden. Dabei geht uns eine der letzten Dichtungen verloren. Kurze Teambesprechung: Der Spürhund muss ran. Mit der wiedergefundenen und gereinigten Dichtung geht es weiter, quer über die Wiese. Wir legen das PVC-Rohr nur einen Spatentief unter die Erde. Nicht, um es vor Frost zu schützen, denn im Winter wird kein Wasser in den Leitungen sein, sondern um beim gelegentlichen Freischneiden nichts zu beschädigen.

Wurzeln sind uns hier ausnahmsweise mal willkommen, um das sich immer noch aufrollen wollenden Rohr im Boden zu fixieren.

An der Scheune angekommen, schließen wir an der von 1/2" Gartenschlauch auf 3/4" PE-Verschraubung umgerüsteten Zeitschaltuhr wieder an. Die Spannung steigt, als wir das System in Betrieb nehmen. Hier und da entdeckt Nuka eine kleine Leckage, die vom Herrn des Hauses behoben wird. Später installiert Michel noch einen einfachen Filter auf der Zulaufstrecke zwischen Zisterne und den beiden IPC-Tanks, damit das System nicht verstopfen kann.

Im vorderen Garten, dem Kräuterbeet und unter den Johannisbeeren, stehen schon die ersten Ernten an.

Dem Schnittlauch tut der Schnitt im Frühjahr gut, dann wächst er noch mal kräftig nach. Was wir nicht verbrauchen, friere ich einfach ein. Die Winterheckenzwiebel ist nun echt langsam am Ende, hat sich aber von selbst ausgesät. Seht ihr die kleinen neuen Triebe? Hoffentlich wird das Frühjahr nicht zu trocken und sie überstehen die Zeit, bis wir im Sommer zum Gießen kommen. - Oder brauchen wir eine Bewässerung 3.0 ? ;-)

Der Bärlauch hat sich richtig etabliert und sogar schon vermehrt. Wir enten mehrmals eine Handvoll Blätter. Lecker als Pesto, im Frischkäse oder auch zum Kochen, wie ihr später sehen könnt.

Von meiner lieben Schwiegermama habe ich einen Nistkasten geschenkt bekommen, der hier und da nicht so schön verarbeitet ist. Dach und Verriegelung sind aus altem Laminat und werden deswegen gegen eine Stückchen Holz und Siebdruckplatte ausgetauscht. Dann bekommt der Kasten einen schönen Anstrich und wir an der Birke an "Eriks Kreisel" angebracht. Mal schauen, wer hier einzieht. :-)

Am nächsten Tag mache ich eine schöne Entdeckung. Die im Sommer letzten Jahres gepflanzten Fünffingersträucher und mindestens eine der vom OBI verschenkten Waldreben haben den Winter tatsächlich überstanden und treiben neu aus. Immer wieder faszinierend, wie groß der Überlebenswille mancher Pflänzchen ist. ♥

Ist das Wetter mal nicht so schön, oder wollen wir etwas bummeln, zieht es uns wie immer zu einigen der vielen Second-Hand-Läden. Manche sind nur eine Anhäufung vieler verstaubter und teils beschädigter Alltagsgegenstände, aber manche sind einfach toll dekoriert und landen zu stundenlangem Stöbern ein. Natürlich entdecken wir auch wieder ein paar kleine Schätze für uns.: Ein alter Porzellan-Kaffee-Filter, eine Vase passend zur Deko auf dem Esstisch im Obergeschoss des Kattgård, eine Mini-Vase für unseren eigenen Küchentisch und einen Papierrollenhalter für Michels Werkstatt in D.

Die neue Bewässerung wäre unnütz, wenn die Hochbeete nicht bepflanzt würden, doch dafür müssen sie erst wieder aufgefüllt werden. Die fleißigen Leser kennen das Speil aus 2024 und 2025: Mats Anhänger ausleihen, Pferdemist von Kikkis Reitschule in Torpa abholen, Erde aus dem ersten Beet schaufeln, Mist rein, Erde aus dem nächsten Beet auf den Mist vom ersten und so weiter, bis ins letzte Beet die Erde aus dem Ersten wandert. 

Etwas Mist holen wir noch, damit er ablagert und im Herbst um die Obstbäume und Beerensträucher verteilt werden kann. Dann wird Mats Anhänger noch zum Auffüllen des Feuerholzes für Rehtnyg genutzt und zurückgebracht. 

Danke @ Mats und Danke @ Kikki!

Beim Holzaufladen entdecke ich plötzlich diesen kleinen Burschen vor meinen Füßen. Komme ich ihm mit dem Finger zu nahe, werde ich angefaucht. Das ist mir aber lieber, als wenn er tot wäre. Mit Handschuhen hebe ich ihn aus dem Weg in den Holzstapel, flitze zum Haus und rufe Erik an. Der weiß bei solchen Tierchen meist gut Bescheid...

Der kleine "Kerl" ist eine Langohrfledermaus. Ich solle ihr etwas Wasser auf einem Löffel anbieten, vermutlich sei sie nur erschöpft vom Jagen. Doch als ich zurück zur Scheune komme, ist sie schon fort. Nachbars Katze ist nicht in Sicht, also hat sie sich wohl selbst berappelt und wieder auf den Weg gemacht.

Nach so viel Schiete (Pferdemist) braucht Michel eine Auszeit. :-)

Auf geht's zum Veteranmarknad nach Degeberga. Boah, ist das weit zu fahren. Wir kommen viel zu spät an. Die ersten sind schon wieder am Einpacken oder sogar Abreisen. Ein paar Oldies bekommen wir aber noch zu sehen. Michel leistet sich ein schönes kleine Emaille-Schild, aber für ein altes ebenfalls emailliertes Außenthermometer sind wir zu "krumm".

Ich schieße noch ein paar Erinnerungsfotos, dann machen wir uns auf den Heimweg.

"Svarta pengar är bättre än inga pengar." = Schwarzgeld ist besser als gar kein Geld.

Und schon kann es im Garten weiter gehen. Ins erste Beet wandern die in Multitopfplatten vorgezogenen Steckzwiebeln, ins zweite der Knoblauch aus einem der hinteren Beete. (Ich hoffe er verträgt das Umpflanzen, aber zum Auffüllen der Beete musste ich ihn ja nun mal herausnehmen.)

Ins dritte und vierte Beet setze ich Kartoffeln. Herr Waldeideckse kommt kurz schauen, wer da in seiner Wohnung wühlt, verzieht sich dann aber unbeeindruckt wieder in sein Loch. Bald wir mir warm, ich ziehe meinen Hoodie aus und hänge ihn über den Beetrand. Spät am Nachmittag bleibt mir beim Lesen fast das Herz stehen, als auf einmal Frau Waldeidechse aus meinem Nacken auf meinen Bauch gehuscht kommt. Fast klatsche ich sie vor Schreck auf den Boden. Aber dann bekomme ich sie doch noch zu fassen und bringe sie zurück in den Garten.

(In Beet fünf säe ich verschiedene Rote Bete.)

Und bei Beet sechs und sieben drehe ich dann WIRKLICH durch.: Für umgerechnet 50 Euro (!!!) erstehe ich in der Gärtnerei 12 stark eingetrocknete Erdbeerpflänzchen der Sorte Senga Sengana. Es sollen aber uuunbedingt diese sein, deswegen kann ich mich einfach nicht beherrschen...

Der Supergau in Supermarkt hingegen sind 6 vorgetriebene Kartoffeln für umgerechnet 3,63 Euro. Nicht zu fassen! Die brauche ich Gott sei Dank nicht zum Glücklichsein. *lach

 

Zum Wochenende laden wir unsere Nachbarn Ingelise und Peter zu Abendessen ein. Dafür muss etwas Besonderes auf den Tisch und eingekauft werden. Das BESTE Brot im Lande gibt es bei Stenlunden Handverksbageri in Ljungby. Dort werden saisonale, biologische und nachhaltig produzierte Zutaten, vorzugsweise von Erzeugern aus der Region, verwendet. Es gibt traditionelles schwedisches Gebäck, aber auch laktose-, gluten- und zuckerfreie Varianten. Man setzt auf langsame Fermentationsprozesse mit Sauerteig, Wildhefe und Vorteigen. Gut für unsere Gesundheit, die Umwelt und unseren Gaumen. Das Sauerteig-Brot ist der Hammer. Falls ihr mal in der Gegend seid: Unbedingt probieren!

Caroline Davidsson ist die Gründerin von Stenlunden Handverksbageri und wirklich mit Herzblut dabei, das merkt man ihr sofort an. Sie erlaubt mir ein paar Fotos für die Homepage zu machen. In der sehr gemütlich eingerichteten Scheune gibt es ein paar ausgewählte Erzeugnisse aus der Region und etwas Handwerkskunst zu erwerben. Kurz entschlossen bleiben wir zum Frühstück und machen uns gestärkt (und natürlich mit einem Wochenvorrat an leckerem Brot) auf die weiteren Einkaufstour.

Brot pur können wir heute Abend selbstverständlich nicht auf den Tisch stellen. Filet soll es geben. Und das gibt es ganz frisch vom Kastebergs-Gård in Össlöv, der seit 1862 im Besitz der Familie Lindahl ist. Der Hof liegt malerisch im historischen Lagadalen am Fluss Lagan, und die Tiere grasen auf den umliegenden Naturweiden

Zur Philosophie des landwirtschaftlichen Betriebs gehört die umweltbewusste Produktion inklusive artgerechter Tierhaltung, bei der Liebe und hohe Qualität im Vordergrund stehen und die Vision diesen Platz auf Erden mit Ehrfurcht vor der Natur an die nächste Generation weiterzugeben.

Auf dem Kastebergs-Gård werden eigene Rinder, Schweine und Schafe gehalten. Man baut Raps und Senf an, die zu Öl und Senf verarbeitet werden. Diese Produkte und andere regionale Spezialitäten werden im 24/7 Hofladen vertrieben, zu dem man sich via Handy und zugeschicktem Code Zugang verschaffen kann. In den Sommermonaten wird zusätzlich Kaffee und Kuchen angeboten, den man bei schönem Wetter im rustikalen Außenbereich und sonst an bunt zusammengewürfelten Tischen und Stühlen im Inneren der Scheune genießen kann. Für kleine Gäste gibt es extra ein kleines Spielzimmer, samt Bild vom Königspaar, wie es sich in Schweden gehört. ;-)

Am Nachmittag kommen wir mit all unseren Schätzen wieder am Kattgård an und Michel beginnt mit seiner Zaubershow. Leider ist Peter krank geworden, doch wir verbringen einen sehr kurzweiligen und lustigen Abend mit Ingelise. Wir schlagen uns den Bauch voll, weil es auch einfach ZU lecker ist, doch die Menge ist nicht zu bewältigen. Da müssen wir am nächsten Abend noch mal ran. Ooochhhh...  ;-)

Genug geschlemmt. Im Sommer wollen wir uns wieder größtenteils selbst versorgen und damit das gelingt gibt es noch etwas zu tun: Die Verrieselung in den einzelnen Hochbeeten muss wieder installiert werden. Zuerst mal sammeln wir alles Material wieder ein. Michel befestigt meinen Flohmarkt-Schlauchhalter in der Scheune, der Schlauch wird ja nun nicht mehr benötigt. Mit allen Kleinteilen mache ich mich nun frisch ans Werk und bastele für jede Bepflanzung ein individuelles Bewässerungssegment. Die lassen sich jetzt einfach mit ihrem Schlauchstück von Wasserstopp-Kupplung zu Wasserstopp-Kupplung am Hochbeetrand austauschen, je nachdem, wie eng oder weit die Pflanzen auseinander stehen.

Den Feierabend genießen wir mal wieder am Lagerfeuer.

Die Schären in Tylöudden müssen mindestens einmal im Urlaub besucht werden.

Und mein Lieblingsplatz natürlich auch. Selbstgebackene Zimt-Apfeltaschen, ein Becker Tee, das Rauschen des Wassers und die Sonne im Gesicht. Auf warmen Felsen hocken, miteinander kuscheln und die Seele baumeln lassen.

Gibt es besseres?

Es ist irre, wie schnell die Zeit in unserem Lieblingsland immer verfliegt und auch, wie schnell die Natur von Winter auf Frühling schaltet. Bei Ankunft ist es kühl und die Schneeglöckchen blühen noch, zwei Tage länger die Hamamelis. Zweimal mit den Augen klimpern, schon erblühen die Buschwindröschen, am nächsten Tag öffnen sich die Blausterne und schwupp, strahlen die ersten Osterglocken mit der Sonne um die Wette. 14 Tage im Blütenzeitraffer. :-)

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