Winterpause im Kattgård

Da eine Durchreise durch Dänemark zur Zeit nicht gestattet ist, nehmen wir zum um ersten Mal die große Fähre von Rostock nach Trelleborg. Michel verfällt direkt in den Tiefschlaf, sobald er es sich in der Koje gemütlich gemacht hat. Bei mir dauert es gewohnheitsmäßig ewig, bis ich in der fremden Umgebung friedlich schlummere. Durch diese Art der Anreise erreichen wir den Kattgård am frühen Morgen, statt spät abends. Ungewohnt, aber irgendwie auch schön!

Wir verräumen fix die mitgebrachten Lebensmittel und heizen Ofen und Küchenhexe an. In der Zwischenzeit geht die Sonne auf. Yuma hat sich nach der langen für ihn langweiligen Reise einen großen Spaziergang verdient und so sehen wir erst mal überall nach dem Rechten. Auch am so lange unbewohnten Ferienhäuschen "Rehtnyg" ist alles okay.

Wir genießen den Schnee sehr, nicht ahnend, dass wir davon am kommenden Tag noch seeeehr viel mehr bekommen. Bei einer Runde runter zum See sehen wir in wenigen Minuten wie die Schneemänner aus. Am Steg kann man den See nur erahnen und sieht kaum die Hand vor den Augen, so dicht fallen die dicken Flocken.

Durch den vielen Schnee haben es die Vögel schwer, genügend Futter zu finden, also werden die Futterglocken neu befüllt. Bei Öffnen des Küchenschrankes, in dem wir die Säcke mit den Körnen lagern, trifft mich fast der Schlag: Aus dem Plastiktütensammler schaut mir frech eine dicke Maus entgegen. Schnell schmeiße ich die Türen wieder zu... Michel befördert das erschreckte Tierchen nach draußen. Eigentlich habe ich keine Angst vor Mäusen, aber dieses "Flitzen-man-weiß-nicht-wohin", ALLES anknabbern und dann noch vollpinkeln und vollsch... ist doch echt zum K.... *sorry.

 

Dem Schrank fehlt seit unserer Übernahme des Kattgård die Hälfte des Bodens. Dieser war feucht und morsch, so dass wir ihn entfernt und das Leck geflickt hatten. Die Durchführung des Abwasserrohres durch den Fußboden darunter hatten wir damals mit OSB-Resten verschlossen. Nachdem der vermeintlich lange abgedichtete Schrank ausgeräumt ist, finden wir schnell die kleine Öffnung hinter der kupfernen Wasserzuleitung. Diese muss dem Mäuschen zum Durchschlüpfen ausgereicht haben. Sie wird mit einem Brettchen verschlossen. Dann enthält der komplette Schrank einen neuen Boden.

Jetzt lassen sich die Futtersäcke und auch die dort verstaute Putzmittelkiste viel besser rein- und rausräumen.

 

(Sorry für die schlechten Bilder, wir hatten keine Lust den Strahler aufzustellen und haben uns mit einer Lichterkette beholfen, die natürlich normalerweise nicht IM Schrank hängt. *lach)

Am Nachmittag strahlt die Sonne wieder und wir drehen eine Runde durchs "Dorf". Schauen bei den dänischen Nachbarn, die zur Zeit nicht einreisen dürfen, nach ihren Häusern und geben den Freunden kurz Info, dass alles okay ist. Dabei genießen wir die Ruhe und freuen und an der Schönheit der frostigen Natur. Ist es nicht toll, welche bizarren Formen auf dieser Pfütze entstanden sind?

Im Obergeschoss geht es diesmal nur sehr spärlich voran. Das im Oktober ausgebaute Fenster ist noch immer nicht restlos abgetrocknet, wie wir nach einigem Schleifen und Kitt-kratzen merke. Also muss die Renovierung noch warten.

Bei schönstem Sonnenschein starten wir Richtung Halmstad. Auf dem Hallandsleden am Danska fall wollen wir eine längere Wandertour unternehmen. Der teilweise gefrorene Wasserfall ist beeindruckend. - Beeindruckender, als auf meinen Fotos, denn leider hat sich die Sonne wieder hinter dicken Wolken verzogen. Bald darauf beginnt es wieder heftig zu schneien und wir treten flott den Weg zurück zum Bulli an.

Wieder zu Hause genießen wir den unterwegs erstandenen Kuchen. - Schwedisches Gebäck ist sooo lecker!

Trotzdem backen wir meistens eher selber, auch, wenn das ohne so viel elektrisches Equipment manchmal etwas umständlicher ist. Hinterher schmecket es uns umso besser. ;-)

Schnee, Schnee, Schnee - Dazu mal wieder Sonne. Da hält uns auch bitterkalter Wind nicht von der täglichen Hunderunde ab. Die schönsten Momente sind Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Von "Rehtnyg" aus hat man den besten Blick: Über den historischen Steinwall bergab über die verschneite Wiese.

Nach gut einer Woche sind unsere frischen Lebensmittel verbraucht. Ein Einkauf ist unumgänglich. Die Tour nutzen wir auch, um den Farbenladen aufzusuchen. Wer erinnert sich?: Zwei verschiedene Weisstöne bei der letzten Streichaktion im Oktober!

 

Im Obergeschoss werden nun einige Türzargen, Türblätter und Fensterlaibungen wieder angeschliffen und in der korrekten Nuance gestrichen. Ich bin so froh, als das erledigt ist. Aber der größere Arbeitsaufwand folgt jetzt erst.: Die getrockneten Türblätter müssen wieder eingehängt werden. - Nur leider passen sie nicht! Nach vielem Gefluche, Hin- und Herhängen, reichlich Geschraube an den Scharnieren und einigen geheimen Tricks (*lach), sitzt dann am Ende doch alles an seinem Platz. Besonders wertvoll: Die Tür zum Treppenabgang. Sie trennt ja zur Zeit die beiden Wohnungen und sorgt geschlossen für deutlich bessere Heizregulierung. Sowohl für oben, als auch für das Erdgeschoss. ;-)

Wenn die Tage auch schon wieder länger werden, ist es doch früh dämmrig und wird schnell dunkel. Manchmal glitzert der Schnee dann im Vollmond, manchmal bringen wir ihn aber auch selbst zum Leuchten, entfachen ein größeres Lagerfeuer, trinken einen Glühwein und träumen von einem LEBEN in Schweden. Wir sind so verliebt in die hiesige Ruhe, die Natur und unseren Kattgård. Hier den Tag ausklingen zu lassen ist einfach heimelig. Auch der Yumi macht es sich im Schnee gemütlich: Kurz wird eine Kuhle in die weiße Pracht getreten und sich dann darin zusammengerollt. Natürlich darf man nicht einschlafen, jedes Geräusch wird aufmerksam belauscht und nötigenfalls verbellt! :-)

Fast jeden Tag, während ich gemütlich vor dem Ofen liege und lese, bastelt Michel fleißig am Trecker herum. Der Frontlader wird gepimpt und soll zukünftig hydraulisch die Schaufel herunter und vor allem wieder hoch kippen. Tja, mehr dazu... - müsste der Michel schreiben. *grins

In den folgenden Tagen wird es wärmer, der Schnee schmilzt und auf den Wegen ist es oft matschig. :-(

Nicht so auf Yumas und meinem geliebten Aussichtshügel: Hier ist das Moos höchstens noch etwas feucht und eignet sich super zum Verweilen und "In-die-Gegend-gucken", immer in der Hoffnung einen Elch zu sichten. :-)

Bevor es nach Hause (und in Quarantäne) geht, steht noch ein großer Einkauf an. Den verbinden wir mit einem Besuch an unserem Lieblingsstrand in Tylösand. Das Wetter ist perfekt: Nicht allzu schön, denn dann wimmelt es hier schnell von Menschen mit Hunden. So leer wir heute mögen wir es lieber. Und der Yumi kann sich streckenweise ohne Leine austoben.

♥ ♥ ♥