steinreiche VIER Wochen :-)

Wie üblich startet unser Schwedenurlaub planerisch schon Taaage vor dem eigentlichen Abfahrttermin. Diesmal mit Michels neuem Projekt: einem schicken Aluboot, welches selbstverständlich noch ordentlich getunt wird: Es bekommt eine neue Aufnahme für den Motor, einen Minischaltschrank für das Echolot und eine MDF-Liegewiese für mich *stahl*. Wir müssen mit dem geliehenen Auto von Michels Papa fahren, da Michels Bulli leider kurzfristig zur Reparatur muss. Die Beladung ist wie immer abenteuerlich: Auf dem Anhänger steht ein Anhänger, auf dem ein Boot steht, auf dem der Canadier liegt....  :-) In Schweden angekommen optimiert Michel das neue Boot noch mit einem Kunstrasen, garantiert rutschfest.

Wir werden von wechselhaftem Wetter empfangen, doch Michel ist voller Tatendrang: Zwischen Werkstatttür und Scheunentor entsteht eine kleine Natursteinmauer, (im Bogen) dadurch geht das Tor nun viel weiter auf.

Nach einigen Tagen bekommen wir Besuch von unseren Freunden Tina und Jens. Sie nehmen sich neben der Verkabelung des Gästezimmers auch die Elektrik unserer Sauna zur Brust. Zwar darf nun niemand einen großen Verbraucher, wie den Warmwasserbereiter nutzen, während andere saunieren, aber man soll sich ja nach der Sauna eh KALT abduschen!! Jedenfalls:

DIE SAUNA LÄUFT! *juhuuu  :-)  :-)  :-) DANKE EUCH BEIDEN!!!


Michel und ich ersetzen die Saunatürgriffe noch durch geschliffene Kiefernäste. (Die alten waren furchtbar speckig.)

Die Naturhölzer werden nur geölt und geben dem Raum gleich viel mehr Flair. (Foto folgt.)

Nach einem Ausflug nach Halmstad werden wir vor unserer Hofeinfahrt von einem riiiesigen Haufen Schotter empfangen. Den hat Nachbar Kim für uns geordert. Wir benötigen ihn, um den Wendeplatz zwischen unserem Hof und dem unseres Nachbarn Claus zu befestigen, denn die Müllabfuhr teilt uns mittels Brief und einem Aufkleber auf der Tonne mit, unseren Müll im Winter nicht abzuholen, wenn die Fläche allzu matschig wird. Wir nutzen den Schotter ebenfalls, um Kuhlen auf der Hofdurchfahrt zu füllen, in denen sich bei regnerischem Wetter Pfützen bilden. Außerdem schottern wir die unbefestigten Böden unserer Scheune. Besonders Jens ist vollen Elan und außerdem haben die Jungs immer Spaß, wenn der Holder zum Einsatz kommen kann. ;-)              Einige Tage später kommt eine weitere Ladung Schotter an, diesmal feiner gekörnt.

 

Nun sind wir wirklich STEINREICH:

Insgesamt verteilen wir diesen Sommer 15 TONNEN Schotter auf unserem Grund und Boden.

Den Büschen an der nördlichen Scheunenseite verpasse ich mit Baumschere und Fuchsschwanz einen radikalen Rückschnitt. Ein Nachbar lobt Michel für diese Aktion, es sei so viel besser für das Holz an der Scheune. (Ach nee *zwinker) Das Schnittgut wird natürlich gleich wieder verfeuert. Doch diesmal bin nicht ich der Feuerteufel... Ihr könnt ja mal raten, wer da durch die Blätter luschert.  ;-)

Sobald es trocken ist, unternimmt Erik wieder große Wanderungen. Von einer Tour bringt er zwei Handvoll kantareller - Pfifferlinge mit. Die passen doch perfekt zu dem von Jens und Tina mitgebrachten Hirschbraten. - Mmhh Lecker!

Endlich schlägt das Wetter um und wir genießen schwedischen Hochsommer. Schon Morgens um zehn haben wir 30 Grad und immer ist es windig, so dass keine Knotts mehr unterwegs sind. Leider müssen Tina und Jens uns nun wieder verlassen. :-( Wir haben ein paar ruhige Tage zu viert, dann reist auch schon der nächste Besuch an. Meine Mutter Sylvia mit Freund Klaus. 

Wir bekommen auch tierischen Besuch: 

Den alten Brunnendeckel aufzurichten war ein wahrer Kraftakt: Männerarbeit. Aber zum Rasenmähen stehe ich lieber parat, damit die Herren nicht einer der noch in den Startlöchern befindlichen Stauden das Köpfchen absägen. Denn rund um den großen Apfelbaum sind endlich die Spiersträucher (Astilbe) gekommen und zeigen sogar schon ein-zwei kleine Blüten. Ich hoffe, dass sie in den nächsten Jahren einen schönen Ring um den (leider vom Pilz befallenen) Baumstamm bilden. Zusätzlich habe ich eine weitere Waldrebe/Clematis gepflanzt. Und weil ich meine Pappenheimer(-Kaninchen) ja kenne, vorsorglich eingezäunt.  ;-)  Am Rosengitter daneben blühen mehrere verschiedenfarbige Lilien, weiter hinter ist mein knottfreies Lesezimmer eingerichtet. Die Clematis an der Birke vorm Haus hat sich gut vom Wildanfrass erholt und auch sie zeigt ihre erste Blüte. Die Kletterhortensie hat mich am meisten überrascht. Sie ist viel schneller gewachsen, als ihre "Schwester" in Deutschland und hat offensichtlich sogar schon geblüht. Ebenso gut entwickelt hat sich auch die Ballhortensie vor dem Haus. Mit ca. 50 cm und faustgroßen Blüten ist sie noch ein Jungspunt. Ich hoffe sie wird riiiiesig! :-)

In der Scheune liegen noch einige alte Ziegelsteine, die wir beim Aufräumen des Grundstückes hier und da gefunden und gesammelt haben. Wir beschließen damit eine Rampe vor die kleine Scheunentür zu bauen, denn durch diese holen wir im Winter mit der Schubkarre unser Feuerholz. Mein Job ist es, die Steine vom alten Mörtel zu befreien, das gibt Muckies! Inzwischen rührt Michel (wie er es von Nachbar Kim gelernt hat) mit "dorfeigenem" Sand, Zement und Wasser die Mischung an. Wir entscheiden uns, die Rampe mit leichtem Schwung zu verlegen, Michel flucht dabei wie ein Rohrspatz, aber am Ende wird bekanntlich alles gut. Was sage ich (gut): SUUPER! Die Fläche zwischen den beiden Abmauerungen wird zuerst mit grobem, dann mit feinem Schotter gefüllt. Nun noch schön feststampfen und : Fertig!

Bei etwas Wind versuche ich mehrfach den Drachen steigen zu lassen, aber obwohl die Böen kräftig sind, ist es kurz darauf wieder so windstill, dass das Vergnügen nicht lange währt. Yumi ist es ohnehin nicht ganz geheuert, wie der Drachen sich verselbstständigt. ;-)

Der obere Mörtelrand unseres Schornsteines ist schon etwas bröselig und Michel seit langem ein Dorn im Auge. Im Frühjahr hat er deswegen die Abmessungen aufgenommen und zu Hause Bleche gekantet, die er nun anbringen will. Leider passen sie nicht so gut, da der Schornstein vor fast 100 Jahren wohl nicht so symmetrisch gelungen ist. Das bedeutet: Immer wieder anhalten/anzeichnen, runter vom Dach, Kante glatt hämmern, möglichst gleichmäßig neu kanten und wieder rauf - zigmal. Leider gehen bei der Aktion auch 2-3 Dachpfannen zu Bruch, sogar eine Firstpfanne, Gott sei Dank liegen in der Scheune aber noch einige Reservereste. Schaut das Endergebnis nicht schick aus?

Während Michel immer mal wieder auf dem Dach herumturnt, schneide ich die Rosen am und vorm Haus zurück: Anfangs etwas zögerlich, aber als ich nach einigen Tagen sehe, wie viele neue Knospen erblühen, komme ich noch einmal richtig in Fahrt und dünne ordentlich aus. Im letzten Jahr bedankten sich die Stachelpflanzen mit viiielen neuen Trieben, das dürfen sie jetzt gerne wiederholen.

Die Männer sind lieber mit der Angel unterwegs. Beim Herrichten der Fische sind die Rollen klar verteilt:

Erik übernimmt die Barsche, Michel ist der Spezialist zum Hecht-Filetieren.

Für die Johannisbeerernte sind neben Michel und mir alle Besucher im Einsatz, trotzdem werden und werden die Büsche kaum leerer. Auch unsere Nachbarin Hanne holt sich noch eine große Schüssel voll. Zuerst entsaften wir manuell, was aber wahnsinnig lange dauert und dadurch total aufwändig ist. Später ergattern wir einen der letzten Entsafter, der in Schweden zu verkaufen ist. Nun geht das Entsaften wie von selbst. Den Saft kochen wir entweder 1:1 mit Zucker ein, oder verarbeiten ihn gleich mit Zucker und Pektin zu leckerem Gelee. MMhh...lecker!

Und so schaut es bei den neueren Beerensträuchern aus: Die Jostabeeren kommen langsam in Fahrt und haben neue Triebe bekommen. Um das Wachstum zu begünstigen schneide ich den lichtklauenden Haselstrauch daneben so weit es geht zurück. Die Stachelbeere hat das Umpflanzen gut überstanden. Die Holunderbeersträucher dagegen sehen wirklich schlecht aus, ich vermute sie stehen zu trocken!? Vielleicht sollte ich sie noch mal umpflanzen? Entlang der hinteren Scheunenseite habe ich die Himbeerableger von Claudia gepflanzt. (An dieser Stelle ein liebes Dankeschön!) Dort wachsen auch wilde Himbeeren, so dass ich die Stelle für ideal halte. - Abwarten.  ;-)

Mitten im Urlaub feiert Erik seinen 17. Geburtstag, nach dem Frühstück darf er seine Geschenke auspacken und freut sich sehr über einige Finanzspritzen, Angelsachen und einen Wanderrucksack mit etwas Equipment. HAPPY BIRTHDAY <3

Am Nachmittag kommen unsere Nachbarn Hanne und Kim mit ihrem Enkelkind herüber. Natürlich wird der neueste Dorfklatsch ausgetauscht und gemeinsam verputzen wir die After-Eight-Torte, die mir den halben Vormittag Herzklopfen bescheerte, weil ich nicht für möglich gehalten hätte, dass Michel die Sahnemasse mit dem Schneebesen steif gerührt bekommt: Chapeau mein "Grizzly"!

Rund um den kleinen alten Apfelbaum jäte ich seit 2012 Brennnesseln. Nun habe ich mir in den Kopf gesetzt hier ein Staudenbeet anzulegen. Es soll in rosa-lila Tönen gehalten werden. Schon im vergangenen Herbst habe ich violetten Mohn ausgesät und einen Hibiskus gepflanzt. Beides ist schön ausgetrieben und so bin ich motiviert die Beetfläche zu vergrößern. Es ist ziemlich anstrengend die vielen Wurzeln aus dem Erdreich zu reißen, aber Michel packt ab und zu mit an und bald ist die ganze Fläche mit Rasenschnitt abgedeckt. Bis zum Herbst mache ich mir Gedanken über einen Pflanzplan, dann schauen wir weiter. Pflegeleichte Pflanzentipps werden gerne angenommen.

Hinter dem Beet ist noch "Eriks" ebene Rasenfläche. Damit der Blick zur Benjeshecke nicht versperrt wird, schneidet Erik einen riesigen Haselnusstrauch so weit es geht zurück. Den Rest muss im Herbst die Motorsäge erledigen.

Der Blick nach oben zeigt, wie weit die Clematis inzwischen in die Baumkrone vorgedrungen ist, das schaut wunderschön verwildert aus!

Am nächsten Tag entdeckt Michel ziemlich weit oben im hohlen Baumstamm eine Erdkröte. Vorsichtig holen wir den kleinen Bergsteiger herunter, aber er schaut wenig erleichtert aus. *lach

Nach einer Woche verabschiedet sich der Besuch wieder. Auch Erik fährt mit zurück nach Deutschland. Zum Abschied machen wir es uns noch einmal am Lagerfeuer gemütlich, singen schmutzige Lieder und futtern Stockbrot. Zuerst noch stilecht vom Stock, später backt Michel es auf einem Rost über etwas Glut. So halten wir es laaange aus, nur unserem Urmel fallen fast die Äuglein zu. :-)

Noch schöner ist der Sonnenuntergang natürlich unten am See...

In der letzten Woche finden wir im Wald ein längeres Stückchen Kunststoffrohr. Im Müllaufsammeln haben wir ja bereits Erfahrung... Michel findet meine Idee, mit dessen Hilfe einen besseren Überweg über den Graben hinter der Scheune zu bauen, super. Wieder wird Schotter geschaufelt, doch es lohnt sich: Jetzt kann man mit dem Holder auch hinter die Scheune fahren. Im Winter werden noch ein paar Bäume an der ehemaligen Mistplatte gefällt, danach kann man Runde um Runde um die Scheune drehen.  ;-)

Am letzten Urlaubstag packt mich nochmals der große Arbeitseifer. Auf der Fläche unter dem halbtoten Kirschbaum hat sich über viele Jahre der Girsch breit gemacht , gerne würden wir hier ein Vlies auslegen um ihm endgültig den Garaus zu machen, statt immer nur die Blüten und Blätter abzureißen. So leicht ist es aber nicht, denn zwischen dem Girsch wachsen neben jeder Menge Majoran auch viele seltene Türkenbundlilien. Würden wir dem Girsch das Licht zum Leben nehmen, würden wir zeitgleich die Lilien vernichten. Da ist guter Rat gefragt - und wer eine Idee hat: Immer her damit!!

Mitten in dem grünen Urwald, entdecke ich auch noch eine wilde Rose, sie ist sehr kopflastig und daher wohl abgeknickt. Hier greife ich wieder zur Schere, stutze sie stark zurück und befestige die verbliebenen Triebe am Kirschbaum, mal sehen, wie ihr das bis zum nächsten Jahr gefällt.... 

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