Herbsternte und weiterer Ausbau im OG

Mit frischem Elan stürzen wir uns in den weiteren Ausbau des Obergeschosses. Zuerst soll die Decke verschlossen werden, denn jetzt im Herbst sind kältere Temperaturen zu erwarten, und unsere Freunde-Feriengäste-Helfer sollen wenn möglich im neuen Schlafzimmer logieren und nicht frieren. Wir bauen die bisherige Luke zwischen EG und OG aus, installieren die Bodenluke inkl. Treppe zwischen OG und Dachboden, befestigen die noch fehlende Dampfbremse und legen von oben die Isolierung zwischen die Balken. Ruckzuck... sind fünf Tage um. 

Vom ersten Einkauf bringen wir die langersehnte Fahne mit 240 x 150 cm Kantenlänge mit. Passend für Masten zwischen 9 und 10 Metern...Sie ist gar nicht so einfach zu hissen, wenn der Wind über den Hügel weht. Dafür flattert sie danach umso schöner!

Nun widmen wir uns ganz der Fertigstellung des neuen Schlafzimmers. Der Plan den Boden mit dem Hand-Bandschleifer zu renovieren scheitert nach wenigen Minuten. Also auf in die große Stadt und schweres Geschütz leihen. Nun geht es voran, aber Vorsicht ist geboten, damit am Ende der Schleifbahn keine Kuhlen entstehen. Bei Rückgabe der Maschine kaufen wir 2,5 l Hartwachsöl zu einem unglaublich hohen Preis (dreimal so teuer wie in Deutschland). Wieder was schlauer. ;-)

Nach doppeltem Wachsen und kräftigem Einheizen, können nach einigen Tagen endlich die Möbel aus dem Scheunenschlafzimmer umziehen, der Schrank wird repariert, Teppiche gewaschen und frische Bettwäsche aufgezogen. (Tapezieren schaffen wir nicht mehr.) Zusammen mit den Lampen, Bildern und einem kleinen Blumesträußchen sieht es nun aber ziemlich einladend aus, finden wir!

Am nächsten Tag reist meine Freundin Tanja an. Nun widmen wir uns der größten Apfel- und ersten Pflaumenernte seit unserer Kattgård-Ära. Es gibt drei verschiedene Apfelsorten, der "Grün-Gelbe" ist besonders schmackhaft und eignet sich gut zum sofortigen Vernaschen, im Müsli etc.. Der "Gesprenkelte" ist leider oft schon mehlig, bevor er vom Baum fällt und beherbergt auch als einzige Sorte öfter Würmer. Der "Rote" ist recht säuerlich, ich verwende ihn gerne zum Einkochen.

Zwei Schubkarren voll Zieräpfel entsorgen wir. (Inzwischen habe ich erfahren, dass man sie im Ganzen einmachen und auch hervorragend für Rumtöpfe nutzen kann. - Ein Projekt, welches ich in Zukunft sicher angehen werde!)

Wir entsaften für Gelee und Apfelpunsch, kochen Apfelmus, trocknen Apfelchips und backen jeden zweiten Tag einen Apfelkuchen, der uns gerne das Mittagessen ersetzt.

Teils zu dritt, zu zweit oder auch mal Michel alleine, entsteht die Innenwand zwischen Treppenhaus-Flur und Wohnzimmer. Die alten Fenster des ehemaligen Wintergartens habe ich schon im Sommer abgeschliffen. Michel schleift eine der alten Türen. Dabei fällt auf, dass die obere Kassette defekt ist. Michel baut sie aus und wir beschließen das Fach hinterher mit einem Fenster zu versehen. Derweil befreie ich den Schornstein von losem Putz.

Tür und Fenster ausgerichtet einzubauen dauert seine Zeit. Man hat nun schon ein echtes Raumgefühl. Tanja und ich isolieren die Wand und dichten die kratzende Wolle mit Folie ab. Dann geht es zum großen Baumarkt: Paneele aussuchen!

Die Bauweise mit Konterlattung ist uns ja inzwischen vertraut, an der Außenwand gilt es aber zwei unterschiedliche Schrägen zu berücksichtigen, sowie einen der alten Balken einzupassen. Gefrickel... An der anderen Außenwand entsteht durch die Isolierung der oberen Wandhälfte ein Versatz zum Erdgeschoss und Michel hat die Idee, diesen für einige Spots zur besseren Ausleuchtung der Treppe zu nutzen. Daumen hoch mein Grizzly! Den Fußboden im Treppenflur hatten wir ebenfalls abgeschliffen. Michel flacht nun noch die Schwelle im Türrahmen ab, damit dort später kein Absatz entsteht.

Die Pflaumenernte in diesem Jahr ist bombastisch. Bisher hat unser Bäumchen höchstens zwei nicht reifwerdende Früchte pro Saison getragen. Im vergangenen Herbst haben wir das Astwerk ein wenig ausgelichtet, und siehe da: Früchte bis zum ABBRECHEN. Genau das ist nämlich den sieben großen Ästen passiert, sie konnten der Last einfach nicht mehr "widerstehen". :-(

Wir aber auch nicht, daher pflücken Tanja und ich jede Frucht: 8 kg Pflaumen werden eingefroren, 8 Gläser Kompott und 2 Gläser Marmelade eingekocht und gaaanz viel Pflaumenkuchen gebacken. Gemeinsam haben wir dabei eine Menge Spaß und können schön quasseln, quatschen und schnippeln. Einzig die halbierten und durch Backpapier getrennten, einzeln ABER leider zu EINEM Klumpen zusammengefrorenen Pflaumen voneinander zu lösen, um sie dann portionsweise abzupacken, ist eine Prozedur, für die wir gerne andere Tipps entgegen nehmen. Vielleicht ist am Verklumpen aber auch nur das schwedische Backpapier schuld, das, anders als in Deutschland, eher einem Butterbrotpapier ähnelt und die Feuchtigkeit der Pflaumen zu seinen Gunsten nutzt. ;-)

DANKE für deine Hilfe - Tanja !

:-)

Der Michel schnippelt auch die ein oder andere Pflaume klein, seine Hauptaufgabe besteht aber darin, die kochend heißen Gläser zu verschließen und sich dabei möglichst nicht die Finger zu verbrennen. - Chapeau! :-)

Auch im Garten habe ich tatkräftige Unterstützung von Tanja, gemeinsam buddeln wir die von ihr geschenkten Sternhyazinthen, Krokusse und Mini-Narzissen rund um den Fahnenmast ein. Dabei lernt auch Tanja den Steinreichtum der Schweden kennen. ;-) Eine lange Reihe von insgesammt 100 Narzissenzwiebeln, die Michel von einem Ausflug nach Holland mitbrachte, wird vor das Kartoffelrosenbeet gesetzt.

Ich bin gespannt, wie es hier im nächsten Frühling aussieht!

Das Staudenbeet bedecken wir wie jedes Jahr mit Grasschnitt und Laub. Michel bockt den alten Deko-Messerträger auf einen Stein auf und versetzt die Johannisbeeren aus der Wildnis-wird-mal-Garten-Fläche in die Reihe der neuen Beerenhecke. Hinter dieser verteile ich eine Samensammlung aus dem heimischen Garten. Weiter Richtung Steinwall findet man die ersten Früchte an den HolunderbeerbüschCHEN.

Hurraa...Tanja: Ich sehe uns schon Holunderbeer-Gelee kochen!

Du kommst doch wieder?      :-)

Bei schönstem Wetter geht es nun auch endlich ans Renovieren des (ehemaligen Gäste-) Scheunenfensters. Wieder mal sind wir überrascht, wie gut verrostete Nägel in vermeintlich morschem Holz halten. Schließlich gelingt der Ausbau aber. Tanja und ich schleifen was geht an Farbe ab und ich versuchen so viel alten Kitt wie möglich zu entfernen. Leider geht dabei eine der vier Scheiben zu Bruch und Michel muss diese nach unserer Abreise (Tanja und ich verlassen Schweden mit dem Fliiieger...Wer hätte das von mir gedacht?) in der Stadt bestellen und ersetzen. - Sorry! :-(

Jedenfalls streicht Michel die Fenster vor, kittet die Scheiben neu ein und streicht Fenster und Rahmen zweimal über. Auch die Fensterbank wird ersetzt. Schick, oder?

Nochmals Gartenarbeit: Wir schneiden die Hecke an der östlichen Grundstücksgrenze von beiden Seiten. Dabei kommt einmal mehr der gute alte Holder zum Einsatz und natürlich drehen wir erst mal eine kleine Runde runter zum See. Der Schnitt wird am Abend gemeinsam mit einigem weggeschafften Kronenholz verbrannt. Michels Weihnachtsgeschenk von Erik "fängt vor dem Haus Feuer" und wird später aus Sicherheitsgründen zum Lagerfeuer umplatziert.

Wir finden immer wieder Pilze, schöne.. aber auch genießbare. Wenige Pfifferlinge und seeeehr viele Tradkantarella (Waldpfifferlinge). Diese sehen auf den ersten Blick eher unscheinbar aus, meistens erblickt man zuerst ihren eher auffälligen orange-beigen Stiel. Doch hat man den ersten entdeckt, sind andere nicht weit. Von einem Spaziergang bringen wir eine ordentliche Pilz-Ladung für das Abendessen mit. An einem anderen Tag sammelt Tanja mit Nachbarin Hanne ein weiteres Körbchen voll. Diese Portion wird getrocknet und zum Export nach Deutschland verpackt.  ;-)

Kaum ist der Michel alleine im Kattgård, hat er noch einmal eine richtige Arbeitsattacke. Die Fenster zwischen Treppenflur und Wohnzimmer werden von beiden Seiten gestrichen, gespachtelt und ein zweites Mal gestrichen. Aus rohen Brettern fräst Michel den Rahmen für die Türzarge. Auch diese wird zweimal gestrichen und dazwischen gespachtelt. Zum Schluß wird der Fußboden im oberen Flur noch mit Hartwachsöl behandelt. Jetzt können die nächsten Gäste kommen.

Timo und Axel reisen an und wie es scheint, werden sie auch gleich von kattgårdscher Arbeitswut und auch vom Schwedenvirus gepackt. Die Männer fällen zwei Bäume, schichten die Kronen zu großen Haufen und verarbeiten die Stämme und dicken Äste zu Brennholz. Michel sägt, Axel hackt, Timo stapelt...

Super - und Danke Jungs!!!

Die Drei haben wie ich höre aber auch ihren Urlaub genossen: Karten gespielt, lecker gekocht, eine Radtour um den See gedreht, einen großen Spaziergang (von uns "Hajo-Runde" genannt) um unser Dorf gemacht und insgesammt sogar VIER (!!!) Elche gesehen. Die Fotos sind wie immer totale Suchbilder *lach, aber es ist schon ein Erlebnis, diese imposanten Tiere aus kurzer Entfernung zu sehen.

Wir hoffen es hat euch gefallen und ihr beehrt uns einmal wieder!

Der Herbst ist immer eine tolle Zeit in Schweden.

Den Morgen genießen, am Tage powern und den Abend am Lagerfeuer oder vor dem Kamin ausklingen lassen.

HERRLICH HERBSTLICH! :-)