Tapeten im Obergeschoss

Nuka ist für unseren Schwedenurlaub mit einem GPS-Tracker ausgestattet, der uns über eine App auf dem Handy immer über seinen Standort informiert. Grob haben wir über die App einen virtuellen Zaun um unser Grundstück gezeichnet. Verlässt er diesen, bekommen wir zusätzlich ein Audiosignal über das Handy. So ausgestattet genießt er seine ersten Runden um den Kattgård in vollen Zügen, er kriegt sich gar nicht mehr ein vor Freude über den großen Garten und ist (wie wir) im Glück! :-)

Es ist RICHTIG Sommer in Schweden, mit bis zu 36°C in der Mittagshitze. Da fackeln wir nicht lange und bringen das Ruderboot "Pelle" runter zum See. In den ersten Minuten ist Nuka skeptisch und bleibt sicherheitshalber zwischen Michels Beinen hocken, dann riskiert er einen Blick über den Bug und genießt schließlich wie wir die tolle Rundum-Aussicht aus dem Boot. In den kommenden Tage schwimme ich gerne mal ein Stück neben dem Boot her. Da dauert es nicht lange, bis Nuka kurzerhand über die Reling springt und mich ein Stück begleitet. Leider passt ihm Yumas Schwimmweste noch nicht, sonst könnten wir ihm das kühle Nass sicher NOCH schmackhafter machen. 

Im Garten ist schon vieles verblüht, dafür sind wir in diesem Jahr etwas spät dran. Besonders die Rosen sehen ziemlich mitgenommen aus. Was nicht verblüht ist, hat der Regen matschig gemacht. Spätestens im Herbst, werde ich hier mal wieder ordentlich auslichten, oder die Rose am Fahnenmast mal ganz runter schneiden? Was meint ihr?

Hier und da ist aber noch eine duftende Blüte in Sicht und sogar die Pfingstrose bekomme ich endlich einmal blühend zu Gesicht. *Yippih

Mit Nuka im Nacken ist an Arbeit nicht zu denken. Anbinden findet er auch nicht so toll und so entscheiden wir uns für die Variante: Einknasten auf der Veranda. Junge, da hat er aber was dagegen und bekommt einen Wutanfall, als die Wut verraucht probiert er es mit Wolfsgeheule. Zieht auch nicht... Naja, dann wird eben doch das extra reingereichte Stöckchen zerkaut. - Wenn das (Kompost-) Gitter dem Welpen-Angriff mal nicht stand hält, auf den Teddy fällt und das Hundchen den zu retten versucht, hält das den jungen Mann fast so zuverlässig auf der Terrasse fest, als wenn der Ausgang verschlossen ist. Schlafen kann Hund übrigens am entspanntesten in leicht erhöhter Position auf Frauchens Handtuch..  ;-)

Frauchen beschäftigt sich mal wieder mit der kleinen Beerenhecke. Die Pappe als Unkrautsperre hat nämlich GAR NICHTS genutzt. Im Gegenteil: Eher hat man den Eindruck, dass die verrottende Zellulose noch als Dünger fungiert. Mir bleibt nichts anderes übrig, als das Unkraut wieder bestmöglich herauszureißen und die befreite Fläche neu zu mulchen. Nun überlege ich ernsthaft, einen Streifen Unkrautvlies zu verlegen...???

Michel ist derweil mit Kims Holzspalter beschäftigt, da diesem wohl ein kleiner Zusammenstoß mit einem småländischen Stein nicht erspart geblieben ist. Das verbogene Bein wird abgeflext, der Fuß vom Bein getrennt. Irgendwo gräbt Michel ein Stück Winkelstahl aus, bringt es auf die passende Länge und schweißt es statt des Beines an den Spalter. Für den sicheren Stand wird auch der Fuß wieder angeschweißt. Und für die Optik streiche ich das neue Bein mit dem farblich fast passenden Lack unserer Treckerschaufel. Et voilà: ...als wäre nichts passiert! ;-)

Am nächsten Tag schaue ich mit abwaschmüden Augen aus dem Fenster. Und was sehe ich da? Die HERRschaften liegen in der Hängematte.  Also wirklich, sind wir hier im Urlaub oder was??? ;-)

Nuki findet es großartig, wenn Michel die Matte in Schwung bringt, obwohl er auch ein bisschen müde ist. *gähn. 

Zeit mal wieder was zu wurschteln. Nach kurzer Rücksprache mit Björn (aufmerksame Leser, kennen den Namen bereits) holen wir uns an seiner Scheune Bretter, die wir im Anschluss hobeln, bevor ich sie zweimal grundiere. Danach werden sie in der Scheune eingelagert. Im Herbst wollen wir erneut den Steiger mieten. Dann werden wir die Windfedern am Süd- und Ostgiebel mit ihnen erneuern.

Als Björn zum Kaffee (und Abrechnen) vorbei schaut, hat er eine Überraschung für Nuka im Gepäck. Einen gefrorenen Elch-Kalb-Knochen. Genau das Richtige für die Mittagshitze. Zuerst ist unser Füchschen skeptisch: Was soll man damit machen, kann man ja gar nicht runterschlingen, so wie sein "normales" Futter. Die Verwunderung währt nicht lange und er kaut den Rest des Tages mit wachsender Begeisterung daran herum. Am Abend ist das Elchbein plötzlich verschwunden. Am nächsten Morgen taucht es aus der Versenkung im Girschbeet wieder auf. *lach - Jetzt schmeckt es NOCH besser!

Die fleischige Ablenkung für den Hund verschafft uns Zeit, Zeit mal wieder im Obergeschoss weiter zu kommen. Michel schleift die fertig gespachtelten Wände im Wohnzimmer noch von Hand über, dann mache ich sauber und er beginnt zu tapezieren. Die Tapete haben wir schon vor einer ganzen Weile in Deutschland ausgesucht, ich bin sehr gespannt, wie sie sich an der Wand macht. Und seeeehr zufrieden mit dem Ergebnis! Das vertikale Streifenmuster lässt den Raum optisch höher erscheinen und die zarten Blumenranken bringen typisch skandinavisches Flair. Uns gefällt es.. und euch?

Nuka schläft inzwischen, vom Kauen erschöpft, in der Ecke den Schaf der Gerechten...

... oder er liegt (ganz der erfahrene Handwerkerhund) mir zu Füßen zwischen den Böcken, auf denen ich die bereitliegenden, von Michel selbst gemachten Fußleisten, grundiere und lackiere. Da der Fußboden noch geschliffen und gewachst werden soll, schrauben wir sie noch nicht an.

Johannisbeeren gibt es in diesem Jahr in rauen Mengen. Und das warme, sonnige Wetter lässt sie ruckzuck reifen. Mehrmals ernte ich Schüssel um Schüssel und erhalte beim Entsaften 6 Liter Johannisbeersaft, den ich (soweit Gläser vorhanden) direkt zu Gelee einkoche. Soooo lecker!

Nuka hingegen haben es die wilden Himbeeren angetan. Bei jedem Spaziergang muss er die Wegränder untersuchen und zupft sich dann gezielt die reifen Beeren vom pieksigen Stängelchen. Auch meine fünf Stachelbeeren und drei Jostabeeren sind dem kleinen Leckermäulchen zum Opfer gefallen. Tztztz...

Im August ist ein Urlaub mit Freuden geplant, die wir gerne im OG-Schlafzimmer einquartieren möchten. Also sollen hier auch noch die Wände tapeziert werden. Aber:

 

"Ach du schei..!": Die gestreifte Blümchentapete war ja fürs Schlafzimmer geplant.

"Ach ja": Für das Wohnzimmer wollten wir ja eine in Schweden kaufen.

"Oh nein!": Jetzt reichen die beiden übrigen Rollen nicht mehr fürs Schlafzimmer.

 

Also machen wir uns auf den Weg in die große Stadt. Bei RUSTA finden wir die gewünschte Blümchentapete in guter Qualität, zu günstigem Preis. Aber leider sind nur noch zwei Rollen auf Lager (wir benötigen vier). Ein Mitarbeiter ist so freundlich, die "umliegenden" (wenn man das in Schweden so nennen kann) Filialen anzurufen und nach weiteren Rollen zu fragen.

Strike: In Växjö gibt es noch welche und er lässt sie für uns reservieren. In 10 Minuten ist dort Ladenschluss, Växjö ist ca. 100km vom Kattgård entfernt. Na, dann wissen wir ja, wohin es uns Morgen treibt. ;-)

Dort angekommen, kaufen wir zur Sicherheit eine Rolle mehr, als benötigt und beim Tapezieren sind wir sehr dankbar für Michels Eingebung: Auf der kurzen Wandhöhe gibt es durch den Versatz im Muster reichlich Verschnitt (mehr als 0,5 m). Es dauert deutlich länger, Tapete mit Musterversatz zu tapezieren, aber Michel bekommt tatkräftige Unterstützung vom Tapetenfresser Nuka! Während ich die Abschlussleisten der Lambris (halbhohe Wandverkleidung) zweimal grundiere und schließlich grün lackiere, wird Michel fertig. Es sieht so gut aus! Schade, dass ich nur so schlechte Handybilder für euch habe. Sorry! Da gibt es nochmal neue im Herbst!    :-)