Never ending story: Fensterrenovierung       (Rehtnyg)

Yippiahjeh! In Schweden empfängt uns der Frühling mit offenen Armen und Blüten. Eine der schönsten Zeiten des Jahres, wie ich finde. Alles erwacht zu neuem Leben. Narzissen, Szilla/Blausterne, Hyazinthen, Perlhyazinthen.. und sogar das Schnittlauch geht in die Blüte. Am lustigsten streckt aber der Rhabarber seinen Kopf aus der Erde.

Nuka kann seine große Freude noch besser zum Ausdruck bringen, als wir. Da wird sich stundenlang gesonnt oder mit neuer Beute über den Rasen gekugelt.

Aber Michel treibt schnell zur geplanten Arbeit, denn er fährt diesen Urlaub eine Woche eher nach Hause als ich. Die Fenster an der Westseite Rehtnygs sollen renoviert werden. Sie haben einen neuen Anstrich bitter nötig, müssen hierzu aber erst mal abgeschliffen werden. So viele aufgeplatzte Lachschichten.... Und auch Spalten zwischen den Leisten. In einem hat offensichtlich Wasser gestanden und so ist das Fenster an dieser Stelle morsch. Michel tauscht einen Teil des Holzes aus. Dann wird weiter geschliffen und grundiert

Währenddessen streiche ich den kleinen neuen Vorbau ein erstes Mal zu Ende und auch einen zweiten Durchgang schaffe ich noch bevor mir graue Haare wachsen. ;-)     Wie gefällt euch das neue "Gesicht" von Rehtnyg?

In der Küche wartet ein Flohmarktfund auf etwas Farbe. Der kleine Spiegel findet seinen Platz im Eingangsflur.

Und auch das alte Tellerregal aus der Scheune benötigt nach dem "Missbrauch" durch unsere Vorbesitzer in der Scheune etwas Liebe. Einmal kräftig abgeschrubbt und neu gewachst, dient es mir jetzt als Bücherregal im Schlafzimmer. 

Der Nachbarn lädt uns ein ihn zum Valborgsmässoafton zu begleiten. Da sagen wir natürlich nicht nein! Die Walpurgisnacht wird in Schweden am 30. April gefeiert. An der Bystuga in Torpa treffen wir noch andere Nachbarn und Dorfbewohner und sogar deutsche Bekannte, die ebenfalls ein Ferienhaus in der Gegend haben. Das Feuer, das dem Glauben nach die Hexen vertreiben soll, wird auf Grund der Trockenheit früh entzündet und ist schon fast verbrannt, aber der Chor stimmt einige Lieder zum Frühlingsfest an, deren Melodien uns gut bekannt sind. Trotz der wenigen Mitglieder haben die Sänger richtig was drauf und überraschen mich mit den vielen Stimmlagen. Auch von der Rede über die letzten Jahre, (die Waldbrände, ausgefallene Treffen zu Corona-Zeiten und den schrecklichen Krieg Russlands gegen die Ukraine) verstehen wir das ein oder andere. Am 1. Mai feiern wir noch einmal nach deutschem Brauch den Frühlingsanfang an Kattgårdens Lagerfeuerstelle.

Und schwupps, ändert sich das Wetter wieder. Bei strahlendem Sonnenschein öffnen sich die Blüten des Spierstrauches. Mir ist nicht mehr im Sinn, wann wir ihn pflanzten, aber blühen sehen wir ihn zum ersten Mal. :-) 

Bei der Runde durchs Dorf zum Check aller derzeit unbewohnten Ferienhäuser empfängt und lautes Gequake an Hennes und Kims "kleiner Welt". Ihr Teich ist voll mit Fröschen, oder Kröten!?? Ich vermute, es sind Erdkröten, denn diese halten sich im Mai für ein bis zwei Wochen im Wasser auf und gehen dann wieder "an Land". Einige Tage später sehen wir sie nicht wieder und finden statt dessen erst Laich, später Kaulquappen im kleinen Bachlauf des Teiches.

Beim Einkaufsbummel wird Michel fündig und sucht sich ein schönes Geburtstagsgeschenk (von mir) aus. Es ist ein OMNIA. Bulli- und anderen Campingfreunden ist das natürlich ein Begriff. Den Nichtkennern (wie mir) sei verraten: 

Der OMNIA ist ein mobiler Backofen ohne eigene Wärmequelle. Man kann ihn einfach auf den kleinen Herd im Camper stellen. Er eignet sich vor allem für Gas- und Spirituskocher, aber auch für elektrische Herdplatten. Man kann in einem OMNIA alles zubereiten, was man auch in einem normalen Ofen garen oder überbacken würde... Naja: Der Herr des Hauses sieht zufrieden, wenn nicht gar glücklich aus. Mal sehen, wann es dir erste Kringel-Lasagne gibt. *lach

Denn der OMNIA ist wie ein Ring geformt, damit das Backwerk rundherum gleichmäßig erhitzt wird.

Mein Staudenbeet wurde in den letzten zwei Jahren sträflich vernachlässigt. Jetzt muss ich mal ran und alles Unkraut entfernen. Zuerst die trockenen Staudenrest und dann UUUUnmengen an Queke. Wie ich das Zeug hasse. Jedes Wurzelfitzelchen treibt wieder neu aus. Da ich vor drei Jahren die freien Flächen mit Iris-Rhizomen bestückt habe, muss ich nun beim Jäten genau darauf achten, was ich rauszupfe. Jeden Tag ein kleines Stückchen. Irgendwann ist es geschafft. Die Temperaturen ziehen zeitgleich an und alles treibt wie verrückt. Bald sieht die vorher trostlose Fläche wieder knackig grün mit vielen Farbtupfern aus. 

Michel geht derweil dem neuen Feuerholz ans Leder. Sägt die oftmals stark verästelten Baumstämme in Stücke und holt den Spalter für den Trecker von Kim ab. (Danke für die Leihgabe @ Kim!) Gemeinsam geht das Spalten etwas zügiger. Karre für Karre bringe ich Michel in die Scheune und er stapelt das meiste in die inzwischen frei gewordene zweite Schweinebucht. Ein Teil passt nicht mehr hinein und wieder wird die Fläche auf dem Rinderstand erweitert. Mannoman, kann mein Mann mal aufhören Feuerholz zu kaufen? ;-)

Den Rasen wieder auf Vordermann zu bringen, lasse ich mir nicht nehmen und mit dem Kleinholz lassen sich wunderbar Kamin und Küchenhexe anfeuern.

Irgendwie geht es im Obergeschoss nicht so recht weiter. Die Luft ist wohl etwas raus. Oder besser gesagt: Reparaturen an den Fenstern und ähnliches gehen nun einmal vor. Trotzdem sollen jetzt mal ein paar Möbel und andere Einrichtungsgegenstände, die überall in Deutschland und dem Kattgård im Wege stehen umziehen. Deswegen wird es im Obergeschoss ein bisschen wohnlicher. Der Schlafzimmerschrank zieht als Garderobe in den Flur um. Die Kommode rückt an seinen Platz im Schlafzimmer. Der kleine Tisch aus Rehtnygs Küche landet als Esstisch vor dem Südfenster. Die Küchenbank, zwei kleine Tischchen und der Schaukelstuhl stehen nun im "Alkoven" und im Wohnzimmerbereich machen die Schwingsessel und unser Couchtisch aus dem Erdgeschoss eine gute Figur vor Kims altem Schränkchen mit Hajos Vitrinenuhr. Flickenteppiche, ein paar Kissen und kleine Windlichter: Wer mag sich setzen?

Michel muss nun abreisen, da er noch an einer Oldtimer-Rally teilnehmen möchte. Zuvor füllen wir den Feuerholzvorrat am kleinen Häuschen auf. Dabei fallen uns wieder die Lunken in Rehtnygs Rasenfläche auf. Wir beschließen diese mit Schotter aufzufüllen. Auf dem Schotter verteile ich die Erde der aufgesammelten Maulwurfshaufen (ihr erinnert euch?). Alles schön glatt harken, Rasensaat ausbringen, etwas einharken und andrücken und dann heißt es für mich: gießen, gießen, gießen, denn im Wind trocknet die obere Erdschicht trotz bewölktem Himmel immer schnell wieder ab.

Der ersten Abend alleine im Haus fühlt sich komisch an. Mit Nuka drehe ich noch eine Runde durchs Dorf und genieße die blaue Stunde, die ich so liebe. Der Himmel bleibt sternenklar und so genehmige ich mir zwei Gläschen Rotwein auf der Veranda. Diese Ruhe! Ich liebe diesen Ort!

Im Wohnzimmer ist es durch den Umzug der Schwingsessel ins OG kurzzeitig etwas luftiger geworden. Der neuen Platz wird von einem geerbten Sessel mit Fußhocker aus der Schweiz (Dankeschön an Trudi und Werni - Wir vermissen euch, wann kommt ihr uns hier besuchen?) belegt. Den nach oben gewanderten Couchtisch ersetzen ich durch ein "Schmuckstück", welches schon lange in der Scheune auf seinen Einsatz wartet. Er hat ein bisschen viel Patina angesetzt und wird demnächst ein Makeover bekommen. Für das Schlafsofa haben wir in Deutschland einen neuen Bezug nähen lassen, den ich nun noch mit einem Gummizug versehe und gegen den alten, mürbe gewordenen Stoff austausche. Die Eisenbahn aus dem Bettkasten verschwindet. Nutzt eh niemand! Statt dessen können hier super die Auflagen für die Außenmöbel untergebracht werden. TOP! ;-)

"Waldbaden", sagt man heute. Ehrlich gesagt war ich aber einfach nur spazieren. Direkt hinter unserem Grundstück beginnt ein wunderbar uriges und naturbelassenes Gebiet, für das der Besitzer einen Naturschutzvertrag abgeschlossen hat. (Dazu demnächst mehr in einem Blogbeitrag.) Natürlich bin ich immer mit Nuka unterwegs, jeden Tag und stundenlang.

Ich kann mich über jedes Pflänzchen freuen, besonders, wenn ich es nicht benennen kann, oder SO (zum Beispiel mit Blüte etc.) noch nicht gesehen habe. Und da ich dann von A nach B quer durch die Botanik zuppele, Zeit und Ort vergesse.. tja, da passiert es mal, dass ich mich schlichtweg verlaufe. Klar, dass man just in diesem Moment keinen Empfang mit dem Handy hat. *lach.

Also einfach weiter in EINE Richtung. Am besten, der Sonne nach. Dann stößt man für gewöhnlich irgendwann auf einen Weg, oder das Seeufer, an dem entlang man bis zum nächsten Weg wandert. Der führt unweigerlich an irgendein (Ferien-) Haus und von dort geht es zur nächsten Straße. Man glaubt gar nicht, wie nah man manchmal an einem bekannten Ort ist, ohne es zu merken. Kaum 30 Fußmarsch-Minuten vom heimischen Hofe entfernt. :-)

Leider gibt es auch in Schweden Menschen, die ihren Müll in der Natur entsorgen. Da mir beim "Waldbaden" der ein oder andere Schandfleck ins Auge gefallen ist, ziehe ich am nächsten Tag mit Müllbeutel bewaffnet noch einmal los.

Besonders am Seeufer findet sich einiges. Leere Müllsäcke, Schnüre, Verpackungen von Schokoriegeln und Co. Außerdem eine große, schon reichlich mürbe gewordene Plane. Was soll sowas?  :-(

Unser Großgrundbesitzer kommt mir auf dem Rückweg entgegen. Schaut mich wunderlich an, sagt aber keinen Ton zu meinen beladenen Armen.. Waldschrat!  :-)


PLÖTZLICH... och nööö..., ist schon Tag der Abreise. Das Auto lässt sich alleine merklich schneller packen (*grins) und so sind wir schon früh unterwegs auf der Vogelfluglinie. Für das Frühstück suche ich mir ein stilles Fleckchen auf dem Heck der Fähre und bekomme gar nicht mit, dass wir bereits im dänischen Hafen eingelaufen sind und alle Fahrzeuge außer dem blauen Bulli bereits das Schiff verlassen haben. Peinlich! *rotwerd

Die zweite Fährfahrt dauert länger und Nuka begleitet mich an Deck. So richtig glücklich scheint er nicht über die Tatsache der Heimreise, aber seine Nase hält er gerne in den Wind und lässt seine Ohren flattern

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