Kein "Saw", kein Horror, aber jede Menge Ur- und Laub

Ende Oktober. Hoffend auf ein paar letzte Tage in goldenem Laub. Bereit für die ungeliebte Herbstarbeit an Haus Rehtnyg und Hof Kattgård. Doch draußen nieselt es ununterbrochen vor sich hin. Also erst mal ein paar Tage ausruhen und feine Sachen kochen. Fleisch gibt es jederzeit frisch vom jagenden Nachbarn. Auch ein paar letzte Trompetenpfifferlinge (Tarttkantarell) sind schnell gefunden und Gemüse haben wir wie immer aus dem heimischen Garten an Bord.

Dann beginnen wir das lästige Laubsammeln am kleinen Ferienhaus. Wir versuchen unser Glück mit dem Aufsammler (Uppsamlare) hinter dem Ferrari. Es klappt besser als wir dachten, jedoch wird der Korb durch die Nässe des Laubes sehr schnell sehr schwer. Mir gelingt es nicht, den Fangbehälter mittels Strick auszuschütten, daher tauschen wir die Plätze. Michel dreht Runde um Runde (mehrmals bis alles weg ist) um Rehtnyg, leert den Behälter am Weg zum See und ich packe Haufen für Haufen in die Schubkarre, um das saure Blattwerk im Wald zu "entsorgen". Am Nachmittag ist es geschafft. Alles für weitere Gäste. Wer mag das kleine Häuschen für die Ferien buchen?

In diesem Jahr nehmen wir uns wieder einmal die Buchenhecke an der östlichen Grundstückseite vor. Michel sägt die Spitzen aus den wuchsfreudigen Bäume und ebenso wie in der Höhe versuchen wir auch die Hecke in der Breite zu begrenzen. Der Schnitt wandert wie gewohnt in die Benjeshecke. Hat das Laub nicht trotz des regnerischen Wetters eine tolle Farbe?

In Gemüsegarten dagegen ist wenig zu tun. Wir ernten Mangold und die letzten Salate. Meine kleinen Kohlrabi-Pflänzchen entwickeln sich gut. Wenn der Winter nicht zu schnell und heftig Einzug hält, können wir zum Jahreswechsel sicher eine Portion genießen. Das Versuchsbeet mit den Möhren schaut vielversprechend aus. Das Grün ist kräftig, aber Möhrchen haben sich noch nicht gebildet. Die beiden Kartoffeln daneben sind nicht mehr ausgetrieben und wahrscheinlich im Boden vergammelt. Meine Erdbeeren schneide ich wie jeden Herbst bis auf das "Herz" zurück.

Das Fällen zweier kleinerer Bäume auf Rehtnygs Grundstück wird die Blätterflut im kommenden Jahr kaum schmälern, scheint uns aber doch angebracht.: Der kleinere bekommt unter den vielen hohen Bäumen auf Björns Grundstück kein Licht und kümmert vor sich hin, dem etwas größeren geht es nicht viel besser. Zudem steht dieser stark Richtung Haus geneigt UND zerstört mit seinen Wurzeln das Fundament der Holzschuppens. Als Michel die Säge ansetzt, kommen uns aber doch Zweifel, ob der Baum mit seiner Krone beim Fallen nicht doch Richtung Hausdach dreht. Deswegen bitten wir Björn um Hilfe. Er macht das nahezu täglich und "kommt mal eben rum". Aber auch Björn schaut sich den Baum genau an und setzt lieber zweimal an, bevor etwas schief geht. -  Alles klappt, der Baum fällt genau zwischen Gästehütte und Häuschen.

♥ Danke @ Björn! ♥

Den Stamm sägt Michel klein und wir stapeln die Stücke unter die Werkbank im Holzschuppen. Vor dem Verfeuern muss es hier erst eine Weile trocknen. Der Schuppen sieht jetzt etwas nackig aus, soll aber ohnehin 2026 renoviert werden. Außerdem wird das Geißblatt, das am Baum wuchs, sehr wahrscheinlich wieder austreiben. Dann bekommt es ein hübsches Spalier und darf sich wieder in luftige Höhen winden.

Auch am Kattgård muss ein Baum weichen und DAS tut uns wirklich in der Seele weh! Es ist nämlich die leckere Renekolde, die abgestorben ist. Schon im vergangenen Sommer ist sie spärlich an nur zwei Ästen ausgetrieben, nun haben sich auch noch Specht und Co. an ihr gütlich getan. Überall kann man Hackspuren sehen und unter der abblätternden Borke zeigt sich ein gesprenkeltes Schadbild. Weiß jemand was das ist? 

Das Kronenholz der dickeren Äste wird zu Feuerholz zersägt, mit dem Stamm wollen wir noch etwas Schönes basteln. Schaut euch mal die tolle Färbung der Jahresringe an. Zusätzlich warten in der Scheune noch die letzten Birkenstämme, die Hartmut "übrig" lies, darauf, zersägt zu werden. Weil Mats davon schwärmt, leihen wir uns zum Ausprobieren seinen neuen Sägebock aus. Das Teil funktioniert super bei geraden, nicht zu dünnen und nicht zu dicken Stämmen.

Sicher nice to have, aber kein must have. ;-)

Kleines Trostpflaster für den Verlust der Reneklode: Es ist nun Platz für mindestens zwei neue Bäumchen. Obst natürlich.

Und "weiterleben" wird die Reneklode auch, denn im Küchengarten hinter der Scheune steht ein selbst kopulierter Ableger.

Bei jedem unserer vielen Besuche im Erikshjälpen gönnen wir uns ein Stückchen Kuchen mit Kaffee und Tee. Und jedes Mal schwärme ich Michel vor, wie toll der schwarze Tee hier schmeckt. Der Kaffee ist übrigens auch toll, besonders, wenn man auf aufgeklappte Fußnägel steht. ;-)

Leider kann ich den Tee der Marke "Njut!" (= Genieße!) in keinem Supermarkt finden. Irgendwann fällt Michel im ICA aber auf, dass die Aufmachung der hauseigenen Schwarztee-Marke doch auffallend dem Teebeutelschildchen ähnelt. Deswegen greifen wir zu und siehe da: Es ist der leckere Schwarztee aus dem Second-Hand-Laden. Geil. Ich genieße ihn!

 

Michel kauft sich in Halmstads Eriks-Filiale ein Dreirad. Ich poste das Bild in meiner Whats-App-Story. Ihr könnt ja mal raten, wie viele Freunde, Bekannte, Rehtnyg-Gäste etc. sich daraufhin bei mir mit dem Hinweis "ich solle auf mich aufpassen", gemeldet haben.  - Wer es nicht versteht, kann ja mal "Saw" googeln. ;-)

In der "Runtergesetzt-Ecke" des Jula finden wir einen Austausch-Heizkörper für Rehtnygs Esszimmer zu einem Schnäppchenpreis. Prima, sowas liebe ich. Außerdem ergattern wir zum halben Preis Bilderrahmen für die Pilzbilder, die schon lange auf ihren Einzug ins Ferienhäuschen warten. Und für die Couch finde ich zwei gebrauchte Kissenbezüge. Einmal waschen, für die Füllung ein ungenutztes Kopfkissen halbieren, umnähen, rein, fertig. Gemütlich, oder?

Leider wartet ja immer noch das viele Laub am Kattgård auf "uns". Außer ein wenig Laubpuster-Einsatz streikt Michel. Na dann, selbst ist die Frau. Wenigstens die Einfahrt muss frei...  Und das Girsch-Beet mit den Türkenbundlilien braucht eine dicke Mulchschicht. Die neuen Fingersträucher besser auch. Am Ende des Tages fühle ich mich wie Popeye und der Kattgård ist doch wieder zum Teletubby-Land mutiert.

Und Michel? Der hat wenigstens das lange Gestrüpp um die Scheune weggesenst...  Und die Vogelhäuschen geleert, kaputte repariert und angefangen Neue zu bauen. ♥

Am Abend gehen wir zur Belohnung mit unseren Freunden Jette und Heiner essen. Sie wollen uns unbedingt mal das von ihnen bereits getestete Restaurant "Gamla Station" in Byholma präsentieren. Wir freuen uns schon darauf, denn bisher hatte das Restaurant immer geschlossen, wenn wir zufällig mal vorbei fuhren. Ich kann euch den alten Bahnhof (= Gamla Station) nur empfehlen. Das Essen ist super!: Sehr frisch, reichlich und auch immer mal saisonal/regional. Wie wäre es mit einem leckeren Elchburger oder einer Elchpizza? Oder den fantastischen belgischen Waffeln? Auch das Ambiente ist stilvoll.: Ein bisschen shabby chic, Landhaus, skandinavisch und sehr gemütlich-urig mit den alten Möbeln, Accessoires des alten Bahnhofes, Handgemachtem aus der Region und rustikalen Dekoelementen. Die Besitzer Evy und Michel sind Auswanderer und spreche gerne deutsch mit euch. ;-) Falls ihr hinfahrt, grüßt sie bitte lieb von uns!

 

P.s.: Normalerweise poste ich hier den Link, aber eine Website haben die beiden nicht. Ihr findet alle Kontaktdaten, wenn ihr "Byholmas Gamla Station" googelt. Auch auf Facebook und Instagram sind sie vertreten.

Wie immer und überall sind wir viel in der Natur unterwegs. Mit Nachbar Kims Hilfe habe ich eine neue Runde für mich entdeckt, bei der es einige hundert Meter über einen schmalen Wildwechsel durch den Wald geht. Spitze, ich dachte immer, dort wäre es zu nass zum Durchqueren. Aber wenn man sich auskennt... ;-)

Den Danska Fall in Simlångsdalen kennt ihr ja jetzt schon von einigen meiner Berichte und die große Hajo-Runde habe ich auch schon mal erwähnt. Neu sind die tollen roten Perlen, die ich an einem umgestürzten Baum entdeckt habe.

Sind die nicht cool? Um herauszufinden, was das ist, habe ich ein wenig recherchiert.

Wer es wissen will, kann unten eine Zusammenfassung lesen.   :-)

Pinke Perlen - Lachsschleimpilz oder Eigelege der Apfelschnecke?

 

Die feuchte und kühle Witterung im Sommers hat nicht nur Schattenseiten. Sie ist ideal für die Entwicklung der Myxomyceten. Diese Schleimpilze benötigen gerade die kühle Feuchte, um ihre volle Pracht zu entwickeln. Ein Vertreter ist der Lachsschleimpilz Tubifera ferruginosa mit seinen leuchtenden, pinkfarbenen Fruchtkörpern, die auf schattigen und feuchten Untergründen ihre wunderschönen Perlen zeigen.

 

Aber die Fruchtkörper des völlig harmlosen Schleimpilzes lassen Beobachtern wohl auch häufig Annehmen, dass es sich um die Brut der großen Apfelschnecke Pomacea handelt. Diese auf dem amerikanischen Kontinent beheimatete Wasserschnecke fällt durch ihre pink gefärbten Eigelege auf, die sie traubenförmig an Halmen von Wasserpflanzen ablegt. Wasserschnecken der Gattung Pomacea sind in der Aquaristik beliebt, aufgrund ihrer Fraßtätigkeit an Wasserpflanzenkulturen (z.B. Reisanbau), in der EU aber als Schädling eingestuft. Ihre Verbreitung im Naturraum sollte daher verhindert werden.

 

Eine Verwechslung mit den flächig auf feuchten Oberflächen vorkommenden Lebensstadien des Lachsschleimpilzes ist bei genauem Hinsehen wie ich finde nicht möglich. Bei Zweifelsfällen kann man aber sogar Proben im Labor des Pflanzenschutzdienstes in Köln analysieren lassen. Die Natur ist schon faszinieren und auch ein wenig verrückt, oder?

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