Gleich am zweiten Weihnachtstag starten wir zusammen mit Henne Richtung Schweden. Wir wollen ein paar schöne Tage bis ins neue Jahr hinein verbringen und hoffen auf schwedischen Winter. Stattdessen erwachen wir am ersten Morgen bei schönstem Sonnenschein. Die Loppis-Sucht treibt uns nach Halmstad und nach dem Stöbern soll es nach Tylösand an den Strand gehen. Kurz entschlossen halten wir schon kurz zuvor, am Rhododendronpark, und wandern von Tjuvahålan aus ein Stück des Prinz-Bertil-Stigs. Runter zu Wasser erreicht man Tjuvahålans Badeplatz, mit keiner Seebrücke und öffentlichem Grillplatz. Von dort führt der Weg wieder bergauf, rüber in die felsige Landschaft nach Tyludden. Dort entdecken wir in einer kleinen Höhle eine "Trollkrippe"!?
"Tjuvhålan" bedeutet übrigens "die Diebeshöhle". Eine richtige Höhle gibt es nicht, aber durch ihre geschützte Lage ist die Bucht gut vor Blicken von Schiffen auf See geschützt. Dies machte Tjuvahålan in der Vergangenheit bei Piraten und Schmugglern sehr beliebt, da man sich leicht verstecken konnte. Außerdem wurden "Kundschafter" in den Bergen postiert, die nach vorbeifahrenden Schiffen Ausschau hielten, die sie plündern konnten.
Im Supermarkt gab es so kurz nach dem Fest noch einige Weihnachtsleckereien. Die Marzipan-Schwein-Stangen als Adventskalender finde ich besonders originell. VOR dem Fest hätte ich mir vielleicht eine gegönnt. ;-)
Auch Lussekatter (oder Lussebullar, oder Luciakatzen genannt), ein typisch schwedisches Safrangebäck, gibt es noch zu kaufen. Sie werden traditionell zum Luciafest am 13. Dezember und in der kompletten Vorweihnachtszeit gegessen. Trotzdem gibt es sie jetzt, so kurz NACH dem Fest noch frisch,... oder auch halbiert und getrocknet, ähnlich dem uns aus Deutschland bekannten Zuckerzwieback (Zwieback = Zwie back = zweimal gebacken). Nichts verkommen lassen. - Mir gefällt das! ♥
Auf dem Rückweg legen wir noch einen Stopp am neuen 24sju in Vrå ein. Dort kann man sich nach erfolgreicher Anmeldung über die App Zugang zu einem Minisupermarkt verschaffen. Wir haben unseren Einkauf bereits in Halmstad getätigt, checken aber trotzdem mal kurz das Sortiment und die Kassensituation, denn für uns ist der kleine Laden, nur knapp 10 km entfernt, eine gute Alternative, wenn wir mal "barfuß" gehen sollten.
Am Abend fallen die ersten ersehnten Schneeflocken und in den kommenden Tagen machen wir es uns so richtig schön gemütlich. Danke an die Kinder, für das schöne personalisierte Weihnachtsgeschenk: Ein superschönes Weinglas für mich und ein ebenso tolles Hefeweizenglas für Michel! ♥
Bei Jette und Heiner am Hagatorp kommt gleich eine ganze Ladung Schnee runter, da bestaunen wir (nach einem weiteren Loppisbesuch *hüstel, diesmal bei Lagadals Church's Second Hand) die schöne weiße Landschaft direkt am Lagan.
Wo wir waren, bevor wir auf dem Rückweg an Hanaslöv vorbei kommen und noch schnell eine Hunderunde im Ski-Resort drehen, verrate ich euch besser nicht. Oder doch? Ihr könnt ja mal raten. Zusammengesetztes Wort L...s-T...r !?!?!
Hanaslöv ist eine Naherholungsgebiet mit mehreren Möglichkeiten für Wintersportaktivitäten. Es gibt verschiedene Strecken für Abfahrtski, eine Langlaufpiste, einen Fun-Park für Snowboarder und natürlich eine Rodelbahn. Es gibt Kaffee und Kuchen und zeitweise ist auch der kleine Kiosk geöffnet. Unter den Sommermonaten läd die schön bewaldete Gegend für Orientierungsläufe, zum Joggen, Radfahren, Mountainbiken und Downhill-Fahren ein.
Hanaslöv beherbergt auch eine der Sagen-Stätten der Gemeinde Alvesta, den Pocker-Kessel. Es handelt sich um eine Höhle in einem großen Felsblock. Am 1. Mai pilgerten die Menschen schweigend und fastend dorthin. Sie wuschen sich im Höhlenwasser und opferten eine Münze. So wurden sie von ihren Krankheiten geheilt, und selbst wenn sie nicht an die Heilung glaubten, bekamen sie wenigstens die Krankheiten der anderen. ;-)
Die Saison ist noch nicht in vollem Gange, aber die Schneekanonen laufen bereits, als wir unsere spontane Hunderunde entlang der mit blauen Pfeilen markierten 16 km langen Wanderstrecke folgen. Hier und da kürzen wir ab, denn die Sonne geht bereits unter.
Trübe Tage nutzen wir um ein wenig zu Werkeln. Hier zum Beispiel baut Michel die bereits vorbereiteten Vogel-Nistkästen zusammen. Als Dach findet sich im hintersten Winkel der Scheune noch eine schonmal benutzte Siebdruckplatte. Die schnell verschraubten Häuschen bekommen von mir einen Schwedenrot-Anstrich, die Farbe ist noch vom Haustüranstrich in 2013 übrig. Jaja, bei uns verkommt nix. ;-) Trotz Bullerjan trocknen die Häuschen leider nicht so flott, dass wir sie noch als Winterquartier für unsere geflügelten Freunde aufhängen können... Aber im Frühling dann. Zum Nisten.
Bei schönem Wetter geraten die Hunderunden größer und länger. Nuka und ich sind mit etwas Proviant gerne auch mal 2-3 Stunden unterwegs. Unser Mucki liebt den Schnee. Kalte Pfoten kennt er nicht. Und ich kann mich nicht sattsehen an der funkelnden weißen Pracht.
In der Werkstatt kommt meine neues Schnitzmesser zum Einsatz. Aus einer alten Holzplatte, grundiert und in meinem Lieblings-Grün gestrichen und einigen y-förmigen Astgabeln entsteht eine neue Garderobe für den kleinen Flur im Eingangsbereich. Alles Trocknen vor dem Bullerjan (der Hund genießt das Aufwärmen auch) nutzt nichts: Aufhängen können wir die Garderübe leider nicht mehr, der Lack klebt noch ein wenig.
Wir haben noch für eine Woche Gäste im kleinen Häuschen, die sich ebenfalls sehr über den Schnee freuen. Nach ihrer Abreise machen wir Rehtnyg winterfest, genießen den urigen Weg runter zum See und checken noch fix, ab das Boot umgedreht und gesichert am Ufer liegt. Alles tippitoppi! :-)
P.S.: Freie Zeiten findet Ihr im Buchungskalender. ;-)
Die einzige größere Baustelle befindet sich in diesem Urlaub im Obergeschoss des Kattgård. Die Fertigstellung der Küche wird vorangetrieben. Michel verlegt Stromleitungen für eine Dreifachsteckdose oberhalb der Arbeitsplatte. Die Dunstabzugshaube bekommt eine eigene Stromversorgung. Vor den Abzugseingang in den Schornstein installiert er einen vorgefertigten Revisionskasten und verbindet diesen mit Wickelfalzrohr mit der Dunsthaube.
Henne montiert die Griffe und Schließer an die Küchenschränke und verschließt das Ende der Küchenzeile mit gehobelter Douglasie. Typisch schwedische Eckleisten dürfen auch nicht fehlen. - So langsam können wir uns um die ersten "offiziellen" Gäste für die Wohnung im Obergeschoss kümmern.
Ein dickes Dankeschön @ Henne für die Unterstützung!
Meine Hilfe wird "da oben" nicht gebraucht. Daher nehme ich mir unsere ausrangierte Sommerbettwäsche zur Brust. Ich zerreiße sie in möglichst lange Streifen, indem ich kurz vor dem Stoffende stoppe und einen neuen Schnitt in die Gegenrichtung setze. So erhält man einen streifigen Stoffberg, der, von ausgefransten Fäden befreit und zu dicken Bettzeug-Garn-Knäulen aufgewickelt wird. Mit diesen werde ich demnächst den Badezimmerteppich vergrößern. Ihr bekommt dann ein Update... Ob ihr wollt oder nicht. ;-)
Bis zum Frühling verabschieden wir uns mit ein paar schönen Bildern des Kattgård zur blauen Stunde. - Hejdå!