Vom Wandervogel über Wanderschuhe...zu Socken und Senkeln ;-)

Wer glaubt, nun die Story der heimkehrenden Kraniche zu lesen, hat weit gefehlt. (Zwar sehen wir an den Grundstücksgrenzen fast täglich Kraniche, aber immer nur einzelne Paare, die wir dann bei ihrer Balz beobachten dürfen.) Der Frühling schenkt uns eine wunderbare Verwandlung:

Unser Junior ist vom langschlafenden Nesthocker zum ausdauernden Wandervogel mutiert. Nach einigen „Kurzstrecken“ von 6-10 km zu oder um nahegelegene Seen, hat die österliche Finanzspritze ihn sogar dazu verleitet, einen Marsch von 24 km (hin und zurück) zu einem Messergeschäft in eine der „größeren“ Ortschaften auf sich zu nehmen. Glücklicherweise hatten wir einige Tage zuvor ein paar ordentliche Wanderschuhe im REA (schwedischen Winterschlussverkauf) ergattert.

Aus den Socken haut uns neben den imposanten Kranichen auch ein Eichhörnchen, welches laut mit uns Störenfrieden schimpfend, täglich das Vogelhäuschen nach der BEFÜLLöffnung untersucht. Und ein Specht, dem wohl das ewige „tocktock“ bei seiner Nahrungsaufnahme auf den Senkel ging, so dass er lieber die Körner aus dem Fett in den Futterglocken für die Singvögel klaubt.

In den ersten Urlaubstagen reparieren wir die vorhandenen Nistkästen und bauen drei weitere. Hierzu recherchiert Michel im WWW die Schlupflochgrößen für verschiedene Vogelarten. Tatsächlich variieren sie in Millimeter-Toleranzen, das hätten wir nicht gedacht! Die Praxis erlaubt uns dann jedoch nur eine gemittelte Lochgröße und so bestaunen wir in den ersten Stunden (nach dem Streichen, Trocknen und Aufhängen der Kästen), wie die Kleiber sich die Löcher in den von ihnen ausgewählten Nistkästen selbst vergrößern.

Wie in Deutschland auch, schaffen wir es erst auf dem letzten Drücker unsere Ostereier zu "färben". Traditionell färben wir mit Zwiebelschalen, die Michel im Vorfeld fleißig sammelt. Zuerst wählen wir schöne (Un-) Kräuter, Blümchen und Moose aus dem Garten aus, diese binden wir mit Baumwollgarn um die WEISSEN Eier. (Noch einfacher geht es, wenn man das Grünzeug mit Eiweiss bestreicht, es haftet dann besser am Ei.) Mit den Zwiebelschalen kochen, abschrecken, das Gebinde entfernen und wer mag, kann die Eier dann noch mit Speck abreiben, damit sie schön glänzen.

Nebenschauplätze hinterm Gartenzaun: Das sind in die Jahre gekommene landwirtschaftliche Maschinen. Erik versucht sich immer öfter und gerne in deren Wiederbelebung. Ich bin sicher, dass es hierzu in den folgenden Jahren noch zu einiges zu berichten gibt. :-)

In der letzten Urlaubswoche packt Michel noch einmal die große Arbeitslust und so beschießt er, ein weiteres Stück des Grundstückes zu "kultivieren". Die Fläche von ca. 100m² wird zuerst gefräst. Hierbei zeigt sich die vor einem Jahr angeschaffte Messerfräse deutlich leichtER zu händeln, als die vorherige Federzinkenfräse. Das Abharken der Grassoden bleibt weiterhin die schweißtreibendste Arbeit. Hierbei wird Michel tatkräftig von Erik unterstützt. Da die Fläche Richtung Süden stark abfällt, errichten wir hier ein Stück Natursteinmauer, füllen das Loch mit den Grassoden und decken diese mit Erde vom Komposthaufen ab. Nun wird noch Rasen gesät und gewalzt. Und im Sommer kann man hier hoffentlich schon mit dem Aufsitzrasenmäher für Ordnung sorgen.

"Zwischendurch" ist Ostern und in Schweden müssen wir wirklich aufpassen, dass wir die Feiertage auch am richtigen Tag feiern, denn zeitmäßig sind wir hier immer "out of order".  Kalender und Uhrzeit interessieren uns nicht.

Den Osterhasen spiele ist, was auch den Vorteil hat, dass ich nicht mit aufs Bild muss, wenn das große Suchen beginnt. Dafür dränge ich mich beim Anschneiden unserer ersten Påsk-Torte wieder in den Vordergrund. - So scheinen alle glücklich zu sein?!!  :-)

Auch im Garten tut sich einiges:

Die Kaukasusvergissmeinnicht sind offensichtlich gut angegangen und mit ihm ist das Scharbockskraut aus dem heimischen Garten nach Schweden übergesiedelt. Uns stört es nicht, wird es doch im nächsten jahr für eine hübsche grün-gelbe Birnenbaumscheibe sorgen. ;-)

Bei den Spieren hingegen ist noch kein neues Grün zu sehen. Hoffentlich wird das noch!? :-(

Die gepflanzen Jostabeeren, Forsythien, die Ballhortensie und die Zaubernuss (Hamamelis) fasse ich mit einem Hasendraht ein. - Wollen doch mal sehen, was die kleinen Fellnasen dazu sagen!

Im Weg liegende Steine werden weiterhin zur Erweiterung des Steinwalls genutzt.

Und das Birkenwäldchen hinter der Scheune lichten wir endlich aus, damit die verbliebenen Bäumchen wachsen und in viielen Jahren einmal zu Brennholz verarbeitet werden können.

Aus dem Schnitt legen wir an der südlichen Grundstücksgrenze eine Totholzhecke (Benjeshecke) an.

Am späten Nachmittag fahren wir zu einer Stippvisite "in die kleine Welt" (entfernte Nachbarn), dann wird abgekoppelt

und gezündelt.                                                                                                             Warum ist das eigentlich nicht Alltag???  :-)

Da ist ja wohl was schief gelaufen:

Neiiin, dieses >>> ist keines unserer Scheunen- oder gar Hausfenster, sondern nur eine kleine Impression von einem größeren Spaziergang. ;-)

Schön im Lot, mit Winkel, Wasserwaage und Co, machen wir uns an den Bau des Saunavorraumes. Schließlich wollen wir in diesem Urlaub noch SCHWITZEN. Und wir schwitzen: Was alles zu so einer popeligen Holzwand gehört. *stöhn. OSB-Platten bilden die Aussenwand, daran wird eine Unterkonstruktion zur Befestigung der Innenwandpanele montiert. Nun folgt die Dampfsperre und die Dämmung. Dann müssen die Panele eingepasst werden. Die Decke möchten wir höher anbringen, als die IN der Sauna, so kann man auch die Balkenlage später sehen. Auch hier benötigen wir eine Konstuktion zur Befestigung der Panele, die schließlich mit Schattenfuge angebracht werden, darauf folgt Dämmung und wieder OSB. Nun wird es langsam duster in dem kleinen Raum und damit wir mal ein Päuschen von der ollen Steinwolle haben, beschäftigen wir uns erst mal mit der Verkabelung der Steckdosen und einer COOLE Deckenlampe. Diese war schon mal im heimischen "Kinderzimmer" verbaut und wurde dort nicht mehr benötigt. Nun wird sie etwas überholt und wirft seeehr gemütliches Licht in unseren SPA-Bereich. ;-) Die letzte Wand ist NOCH aufwändiger, denn hier besteht sowohl innen, als auch aussen die Schale aus Panelen, zudem muss die Türzarge haargenau eingesetzt werden, damit später nichts schleift.


Fertig denkt ihr? Leider nein, denn als Michel versucht, den Saunaofen in Betrieb zu nehmen, müssen wir leider feststellen, dass unser Netz mit zu wenig Ampere ausgestattet ist. DER OFEN HEIZT NICHT - GAR NICHT!  :-(


Aber wie heißt es so schön: Kommt Zeit - kommt Rat! Es ist nicht das erste Mal, dass wir in Schweden vor einem Problem stehen, welches wir nicht auf Anhieb lösen können. Meistens hat sich nach einiger Zeit dann aber doch eine gute Idee Bahn gebrochen, oder wir haben einen guten Tipp bekommen...Manches hat sich sogar schon von alleine repariert.

Zum Beispiel der Ablauf der Spüle in der Küche. Einen ganzen Urlaub lang war er nicht zum Ablaufen zu überreden, im nächsten Urlaub funktionierte er wieder einwandfrei. Er war wohl im Urlaub!? ;-)

Und so machen wir es auch mit unserer KALTEN Sauna: Einfach mal Abwarten und Ideen sammeln:

Vielleicht einen kleineren Ofen mit 260 V? Nein, der braucht zu viel Strom.

Oder doch gleich einen Holzofen einbauen? (Was ja ohnehin der langfristige Plan ist.) Dazu brauchen wir einen Schornstein bis über First (ca. 9m). Und 50 cm Platz rund um den Ofen innerhalb der Sauna...

To be continue!  :-)


Bei allem Ärger und der Enttäuschung, nicht saunieren zu können, sind wir aber doch ein kleines bisserl stolz auf unsere kleine Sau... äähmm...  Ruhezone?

Hier ein kleiner Rundblick: