Ungeplante Holzfällertage im Kattgård

Die EON überrumpelt uns in diesem Urlaub mit einer (für uns unerwünschten) Überraschung: Ohne vorherige Ankündigung schnitten sie in unserer Abwesenheit die in ca 3 Metern hängenden Stromleitungen frei. Ein langes Stück verläuft direkt über unserer Steinmauer und so wurden hier rigoros die Büsche bodennah gekappt und sogar ganze Bäume gefällt! Alles liegt noch so, wie es fiel. Ein einziges Baumkronen-Chaos. Nun kann man den Kattgård von der Straße aus sehen.. :-( Aber was ab ist , ist ab (wächst aber auch wieder nach *zwinker) und so machen wir uns ans Aufräumen. Die Bäume werden zu Feuerholz zersägt und gespalten, von dem Kronenholz landet ein Teil in der Benjeshecke und der andere bescheert uns zwei gemütliche Lagerfeuer. :-)

Kaum in Schweden angekommen, schauen wir gleich, ob unsere Lieblings-Nachbarn Hanne und Kim zu Hause sind. Leider nein, aber am kommenden Tag stehen sie bei uns vor der Tür und die Männer verabreden sich für den nächsten Morgen zum Holzrücken in Kims Wald. Das Wetter spielt auch mit und am Mittag besuchen wir Frauen die Männer. Hanne bringt Brote und Getränke zu einer kleinen Fika (Pause) mit und ich habe natürlich die Kamera im Anschlag. Nach dem Entasten, mit dem die Herren schon im Januar begonnen hatten, werden nun die Stämme aus dem Dickicht gezogen, aufgeladen und zum Lagerplatz gefahren. Vor so großem Gerät hat sogar Yuma Respekt und bleibt brav bei Hanne liegen, solange ich knipse. Der Baumstamm auf den letzten beiden Bildern ist ein ganz BESONDERER. Mehr verraten ich weiter unten in meinem Bericht...

Von Jens und Tina (die uns im Sommer im Kattgård besucht haben) haben wir viele Buchsbäume geschenkt bekommen. In ihrem Garten waren sie als Ring um ein Bäumchen gepflanzt und sollten nun weichen. Wir verlängern mit den rund 30 Pflanzen die Einfassung des Staudenbeetes. Michel macht den ersten Spatenstich und setzt auch den Großteil der ersten Hälfte, dann widmet er sich einem anderen Projekt, und ich wühle mich im Schneckentempo alleine weiter duch die steinreiche Erde. Ausgerechnet dort, wo der vorletzte Busch platziert werden soll, verläuft eine ca 15 cm dicke Baumwurzel. Hier komme ich nur noch mit der Axt weiter und schließlich ist es geschafft. Jetzt kommt der von Erik angelegte Sitzplatz, zwischen Staudenbeet und Flieder, noch besser zur Geltung.

Während ich vor mich hin buddele, beschäftigt Michel sich mit dem Einbau der neuen Haustür, die nun schon recht lange auf ihren Einsatz wartet. Die Alte ist schneller ausgebaut, als ich es im Bild festhalten kann (daher ein Archivfoto), aber dann werde ich auf Michels Schaffen durch heftiges Gefluche aufmerksam: Unter der alten Türzarge kommt nichts Gutes zu Tage, genau genommen kommt kaum etwas zu Tage, dabei wäre dort die Schwelle (der tragende Balken, auf dem die Wand aufgebaut ist) wünschenswert. Dieser ist aber (fast) von der linken Hausseite bis ca. einen Meter unter die rechts anschließende Küche weggegammelt. :-(  Schuld ist wohl der Betontritt vor unserem Eingang, der das Wasser immer schön unter die Tür hat laufen lassen. Einen Austausch dieses Balkens schaffen wir in diesem Urlaub nicht mehr...

 

Trotzdem baut Michel die neue Tür mit Schloß und allem Drumherum ein. Die Wand wird wieder verkleidet. Dem Schwellenaustausch müssen wir uns in einem der nächsten Urlaube widmen. Bis dahin steht auch noch die Diskussion über die Farbe der neuen Tür aus, Tendenz: dunkelbraun mit weißem Rahmen.

Im Flur ist es Dank des Fensterausschnittes nun viiiel heller!

Zu den Osterfeiertagen bekommen wir Kaffeebesuch von unserer Schwedisch-Lehrerin Bettina und ihrer Familie. Sie haben nur 40km von uns entfernt ein Häuschen gekauft. Für schwedische Verhältnisse sind wir also fast Nachbarn. ;-) Michel backt Nuss-Schnecken, die zwar aussehen, wie Kanelbullar, aber viiiiel saftiger sind und großen Anklang finden. Zu dieser Gelegenheit kommt natürlich das "gute Geschirr" zum Einsatz und auch ein Osterstrauss darf nicht fehlen.

Vor unserer Scheune gibt es noch einen größeren Schandfleck, den zu beseitigen mir schon lange in den Fingern juckt. Dort gibt es einen alten Brunnen, der nur mit Feldsteinen errichtet ist. Bisher wird er von einer Metallplatte und einem morschen Balken abgedeckt und dies soll sich nun ändern. Ziel ist ein Brunnen mit Betonring, Deckel und einer Schwengelpumpe, wie es ihn auch im Garten hinter dem Haus gibt.

Zuerst steche ich die Grassnarbe ab und säubere die Steine so gut es geht. Michel bastelt einen flexiblen Ring aus Presspappe, den wir mit einigen Leisten und Winkeln so gut es geht in die Öffnung hineinquetschen. Nun pusseln wir  verschieden große Steine in die verbliebenen Lücken, dann mischen wir Zement an und bringen den unebenen Rand auf eine möglichst glatte, aber vor allem waagerechte Fläche.

Trotz kleinen Regenschauern trocknet der Zement schnell, so dass wir nach zwei Tagen den Ring entfernen können. Ein paar kleinere Steine fallen in den Brunnen, aber im Großen und Ganzen ist unser Experiment geglückt.

Beim nächsten Einkauf suchen wir einen Händler für Betonteile und werden fündig. Mit Händen und Füßen, auf Englisch, Deutsch und Schwedisch gibt uns ein älterer Herr alle Auskünfte zu Gewichten und Preisen. Wir entschließen uns, den Brunnen vorerst nur mit dem 130 Kilo schweren Deckel zu verschließen und den noch schwereren Ring nachzurüsten, wenn uns ein Anhänger zur Verfügung seht. (Damit wäre der Transport und das Abladen deutlich leichter.) Die Rille bis an den Sockel füllen wir mit Kompost auf und säen Rasen. Sobald der Komposthaufen weiter geschrumpft ist, wird der Weg um die Scheune/ über die Mistplatte nun auch MIT DEM HOLDER zu nutzen sein.

Der Garten steht in den Startlöchern. Die Hamamelis blüht. Die ersten Krokusse und sogar drei Märzenbecher gesellen sich zu den viiielen Schneeglöckchen. Ins Staudenbeet zieht eine Rose ein, die Michels Mama "loswerden" wollte und hinter dem Flieder treiben wie jedes Jahr Blätter einer Blume aus, von der ich inzwischen vermute, dass es sich um Iris handelt. Einen kleinen Teil davon nehme ich mit nach Deutschland um hier die Blühfreudigkeit auf der Terrasse zu testen...

Wie in jedem Urlaub kontrollieren wir die Häuser und Grundstücke unserer befreundeten Nachbarn. Alles ist okay! Nur bei Claus und Ingeliese, die inzwischen in Wien wohnen, hat der Sturm einige Bäume umgekippt. Am Abend berichtet Michel ihm davon per E-Mail und wir erhalten zur Antwort, dass wir das Holz nutzen sollen, wenn wir es gebrauchen können.

Herzliches Dankeschön an die Beiden! So verbringen wir einen weiteren Tag beim Holzmachen. Michel beherrscht die Kettensäge und ich mieme den Packesel, immer darauf bedacht, dass auf der Ladefläche des Holders noch genug Platz für mich bleibt, um mich nach Hause mitkutschieren zu lassen, statt zu laufen. ;-)

Zusammen mit dem "EON-Holz" ist ein stattlicher Brennholzhaufen zusammengekommen. In den nächsten Tagen hackt Michel nach und nach alles klein und ich fülle damit eine der ausgebauten Schweinebuchten und stapele etwa ebenso viel auf dem ehemaligen Kuhstallboden.

Unser Traum ist es, irgendwann den Großteil unserer Zeit in Schweden zu verbringen. Dann möchte ich gerne ein eigenes Pferd haben und Michel möchte Kutsche bzw. Schlitten fahren und Holzrücken. Im Traum ist im unausgebauten Scheunenbereich ein Pferdestall mit Tür hinter die Scheune. Dort ist ein großer Auslauf. Daher beginnen wir schon seit einem Jahr, die Fläche immer urbarer zu machen. Und weil dadurch auch ein drittes Lagerfeuer nötig wird (*grins), schneide ich mit der Astschere alle kleinen Bäumchen bodentief ab. Nur die Bäume, die sich nicht mehr damit kappen lassen, dürfen noch ein paar Jahre wachsen und werden uns dann einen warmen Popo bescheren. ;-)

In diesem Urlaub unternehmen wir endlich einmal einen Rundreise rund um den Bolmen. Dazu werde ich sicher noch den ein oder anderen Bericht unter "Ausflüge" schreiben. Was aber auf jeden Fall immer wieder beeindruckt, ist die Vielzahl der Kraniche in Schweden. Zuerst entdecken wir sie immer nur weit über unseren Köpfen, aber am Ausflugstag gelingen Michel einige super schöne Schnappschüsse, bevor und während die imposanten Schreitvögel die Flucht ergreifen, weil ich mich nicht leise genug heranschleiche. :-(

Auch ohne ein anständiges Teleobjektiv, kann man auf Michels Bildern schon gut die schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung, sowie die den schwarzen Schwanz und die schwarzen Hand- und Armschwingen erkennen. Ihr keilförmiger, schlanker Schnabel ist über zehn Zentimeter lang. Der Kranich kann bis zu 130 cm groß werden und eine Flügelspannweite von 245 cm erreichen.

Vor dem Auffliegen strecken sie den Kopf in Flugrichtung, um durch Stimmsignale untereinander den Abflug zu synchronisieren. Nach einigen schnellen Schritten stoßen sich die Kraniche vom Boden ab und fliegen mit ausgestrecktem Hals. Kraniche sind ausdauernde Flieger und können bis zu 2.000 Kilometer nonstop zurücklegen. Im Flug erreichen sie eine Durchschnittsgeschwindigkeit von bis zu 65 km/h.

Um unser Grundstück herum können wir auch immer wieder Kraniche bei ihrem Balzritual beobachten. Der „Kranichtanz“ findet in der Morgendämmerung auf freien Flächen statt. Beim Tanzen springen Männchen und Weibchen mit ausgebreiteten Flügeln laufend umher und lassen ihr lautes Trompeten hören. Durch Aufrichten des Oberkörpers, Abwinkeln der Flügel und gurrende Laute fordert das Weibchen das Männchen schließlich zur Paarung auf. Danach folgen Duettrufe der Beiden, die die ganze Brutzeit und auch später als Zeichen des Zusammenhalts zu hören sind.

(Quelle z.T. Wikipedia)

Zum Ende des Urlaubes laden wir Hanne und Kim noch einmal zum Kaffee ein. Schließlich müssen wir unsere Urlaubspläne für den Sommer abgleichen. ;-)

Zur vereinbarten Zeit hören wir, dass sich eine größere Maschine dem Grundstück nähert und wer/was ist das wohl? Der Kim, mit seinem Trecker inkl. Holzanhänger. Hanne kommt mit ihrem E-Rad und navigiert Kim mit dem großen Gefährt durch unsere Einfahrt und am Bulli vorbei. Geladen ist der lange Fichtenstamm, der schon weiter oben in diesem Post gezeigt wurde:

Unsere zukünftige Flagstång (Fahnenstange).

Was für eine tolle Überraschung und Freude!

Den Stamm von über 9 m Länge um neunzig Grad zu drehen und in unsere Scheune zu bringen ist gar nicht so einfach und alle fassen mit an. Da die Scheune nur acht Meter breit ist, kommt der "Fahnenmast" schließlich diagonal zum Liegen. Später stützen wir ihn noch mittig ab, damit er sich nicht durchbiegt. Nun darf er erst mal trocknen, wird demnächst von seiner Rinde befreit, wird weiter trocknen und dann geschliffen, gestrichen und aufgestellt.

So - soll er dann mal aussehen ------------------->