"Gemüse"-Garten

Im Zuge der Sanierung unseres Abwassersystems habe ich ja schon ein weiteres Projekt angedeutet.:

Der Ralf hat nicht nur unsere Infiltration gebaut, sondern uns gleichzeitig auch zwei LKW-Ladungen Mutterboden gebracht. Zuerst wurden diese genutzt, um die Infiltrationsfläche zugänglich zu machen, doch nachdem das nun erledigt ist, kommt noch einmal der Bagger zum Einsatz. Die Senke zwischen Verrieselungsbeet und Mistplatte hinter der Scheune wird bestmöglich auf ein Niveau gebracht. Dafür gerät der Bagger manchmal in ziemliche Schräglage. ;-)

Auch unser Kompost wird mit verwertet und zum Schluss alles mit der Baggerschaufel geplättet.

Nun ist es an uns, die Fläche von ca. 200m² aufzuharken und grob von Wurzeln und Steine zu befreien. Das ist eine furchtbare Plackerei, denn die Erde ist vom Bagger stark verdichtet! :-(

Spaß macht uns dabei die Planung des späteren Gemüsegartens: An der Scheunenseite soll eine "Abbruchkante" entstehen, an die man mit dem Rasenmähertrecker oder Holder heranfahren kann, um den dahinterliegenden Kompost mit Gras, Blättern etc. zu befüllen. Um den Verrieselungsschacht und auf die Infiltrationsfläche säen wir wieder Rasen ein. Dort wünschen wir uns in ferner Zukunft ein Gewächshaus. :-) Dazwischen bringen wir als Gründünger 2kg Blumenmischung aus.

Die Mischung nennt sich "Pollen und Nektar" und enthält neben verschiedenen Kleearten, Buchweizen, Leinsamen und Quinoa noch Glockenblumen, Esparsette und Futterkohl (!?). Die Schmetterlinge, Hummeln, Bienen etc. wird es freuen und wir erhoffen uns davon, den Boden aufzuwerten und so gute es geht "Unkraut"-frei zu halten, bis wir den Gemüsegarten erstmalig in Betrieb nehmen können.

Das Aussäen und Feststampfen der Blumenmischung macht mir dann auch wieder sichtlich Spaß!!!  :-)

Mit dem Anlocken der Insekten kommen dann sicher auch noch mehr Vögel in unseren Garten. Auch jetzt schon können wir viele beobachten. Meisen, Klaiber, verschiedene Finken, sehr zutrauliche Gimpel, furchtbar scheue Erlenzeisige...und viele mehr. Und auch ein paar Kraniche treiben sich morgens um unser Haus herum. Ihre bisherige Wiese in der Nachbarschaft wurde vor kurzem aufgeforstet. Nun suchen sie wohl ein ruhigeres Plätzchen. Leider flüchten sie immer, sobald ich die Kamera im Anschlag habe. ;-)

Oben geht es natürlich auch weiter. Die letzte Decke (Bad) ist endlich geschlossen und Michel macht sich an den Fußboden und die Wände. Zuerst müssen Wasser und Abwasser festgelegt werden. Dazu baut er wieder (teils halbhohe) Vorwände. Viel Gefluche ist zu hören, als die extra aus Deutschland mitgebrachten (weil mit Nut und Feder versehenen) OSB-Platten verlegt werden. Sie sind von furchtbarer Qualität. Keine sitzt bündig mit der nächsten. Dabei wollten wir genau das vermeiden: Sichtbare Kanten unter dem späteren PVC-Belag. Trotz telefonischer Beschwerde an den Baumarkt, verschraubt Michel sie aber weiter. Der Duschablauf wird in den Fußboden eingepasst, die Vorwände isoliert und mit OSB verkleidet. Für die Abseite kaufen wir spontan eine Luke. Fertig wird das Badezimmer diesen Urlaub nicht, aber vieles ist geschafft und durchdacht, so dass es demnächst weiter gehen kann.

An einem späten Nachmittag hören wir Kim mit dem Trecker vorfahren. Wir möchte versuchen, die kleinen Birken auf dem Gelände hinter der Scheune herauszuziehen, um sie mitsamt Wurzel zu entfernen. Wider Erwarten klappt es super und Kim nimmt sich die Zeit hin und her zu rangieren, während Michel und ich im Eiltempo Ketten und Seile um die Stämme legen. In kurzer Zeit liegt ca. die Hälfte des Bestandes am Boden. In den folgenden Tagen lässt Michel die Kettensäge kreisen.

Das Kronenholz wandert in die Benjeshecke, die schon wieder stark zusammen gesackt ist und auch einige "Einbrüche" durch die Baggerarbeiten erfahren hat. (Die Benjeshecke ist wirklich eine super Idee gewesen, dort verschwindet viel "Biomasse", die so einen guten Zwecke erfüllt, indem sie Vögeln und anderen Tieren als Unterschlupf, Brutmöglichkeit etc. dient.)

Die Wurzeln lassen wir in der Senke verschwinden, die zwischen der Benjeshecke und der aufgeschütteten Gemüsegartenfläche klafft. (Ralf hat die Erde mit den beim Buddeln angefallenen Steinen abgefangen, aber hier und da

passt noch etwas dazwischen.)

Die Birkenstämme werden zu Brennholz zersägt.

Beim Sägen ist Michel abgerutscht!!! Gott sei Dank trägt er bei dieser Arbeit IMMER seine Schnittschutzhose.

Die wird schnell geflickt! :-)

Die Benjeshecke verläuft jetzt über den größten Teil der südlichen Grundstücksgrenze. In der westlichen Ecke steht man inmitten unzähliger Buschwindröschen, unter sehr alten Buchen und kann einen verwunschenen Blick auf den Kåttgard werfen.

Michel ist sehr daran gelegen, wieder eine nutzbare Werkstatt zu haben. Im Winter haben wir ja bereits die Trennwand eingerissen und im Moment liegt alles kreuz und quer.

Während ich versuche aus den Abrissbrettern alle Klammern zu entfernen, (wo es nicht gelingt, werden die Enden abgesägt, dann wandern sie auf den Vorratsstapel), baut Michel die neue Werkbank, verzieht neue Kabel und montiert zwei zusätzliche Leuchtstoffröhren an der Decke. Gemeinsam hängen wir die alten Regale wieder auf. Kisten und Kästen werden säuberlich beschriftet und alles einsortiert... Die Werkstatt ist geöffnet: ÖPPET!  ;-)

Neiiin...Wir arbeiten nicht die ganze Zeit! Wir gehen auch mal mit dem Hundchen zum See runter, halten die Füße, Pfoten und auch mal mehr ins Wasser, oder werfen ein paar Stöckchen für den Yuma. ;-)

Aufs Scheunendach klettert der Michel und das ist nicht so einfach, denn die blöden Eternitplatten sind ziemlich empfindlich und brechen leicht. Deswegen wird die Auflagefläche am Ende der dreiteiligen Ausziehleiter durch ein Brett vergrößert. Eine der Platten hat einen feinen Riss, den wir von Innen entdeckt haben. Michel säubert die Stelle mit der Drahtbürste und verklebt sie dann mit Sikaflex.

Ins Kräuterbeet habe ich im Herbst Topinambur-Knollen gesteckt, davon ist noch nichts zu sehen. Statt dessen hat sich der Waldmeister breit gemacht. So geht's ja nun nicht! Raus damit. In Stücke geteilt findet er seinen Platz zwischen den kleinen Beerenbüschen. In den gelockerten Boden stecke ich gelbe Zwiebeln.: Mein Gemüsegarten ist ja noch nicht eingezäunt, aber es kribbelt mir so in den Fingern etwas zu Pflanzen. Im Sommer kann ich sie hoffentlich ernten und das kleine Hochbeet wieder für Basilikum und Co. nutzen. :-)

Selbstverständlich werkelt der Michel nicht alleine im Obergeschoss. Nach meinen Erfolgen im Winter, gehe ich voll motiviert daran, das Wohnzimmer zu vertäfeln. Das gelingt mir besser als gedacht. :-) Die Paneele schwinden nur so dahin. Mehrmals fahren wir los, um Nachschub zu besorgen. Bei den frickeligen Winkeln, die durch die zusätzlichen Giebel des Hauses entstehen, hilft Michel mir bei der Unterkonstruktion. Und an der Abseite, an der die Dachbalken sichtbar bleiben sollen, benötige ich Unterstützung beim Anzeichnen der Vertäfelungsbretter und an der Tischkreissäge. 

Der Garten macht sich fast von alleine. Bei unserer Ankunft blühen noch die Schneeglöckchen. Während sie langsam einziehen, rücken erst Krokusse, später Narzissen und Scilla nach. Der Holunder schaut gut aus, die Pfingstrose hingegen wieder nur mickrig...Was will sie bloß? Kann mir jemand einen Tipp geben?

Die Forsythie blüht und im Staudenbeet bilden die Buschwindröschen einen Teppich.

An der sumpfigen Nordseite schneide ich endlich den Stacheldraht aus dem Steinwall und rücke einem mutmaßlichen Obstbaum zu Leibe. Ich lichte ihn kräftig aus und hoffe, dass er im Sommer nicht nur Blattwerk, sondern auch Blüten trägt, damit wir den Baum bestimmen können. Wenn es kein Obstbaum ist, werden wir ihn entfernen. Statt dessen wünschen wir uns im hinteren Garten mehr Obstbäume. Eine zweite Birne, um die vorhandene zu bestäuben, und auch eine neue Kirsche (nachdem die alte einem Sturm zum Opfer fiel) wäre toll!

Auf der wilden Fläche hinter der neuen "Beerenhecke" verstreue ich zwei Packungen Blumensamen. Da hier Wildwuchs herrscht, kann ich sie nicht mit Erde bedecken. Hoffentlich keimen trotzdem einige Samen und machen Vögel, Insekten und Menschen Freude. :-)

Die Abende klingen regelmäßig am Lagerfeuer aus. Ein Bierchen und ein Glas Wein... (Der Urmel ist schon mit einem Stöckchen zufrieden.) So lauschen wir dem Knacken des Feuers und schauen, wie der Mond über der Scheune aufgeht und sich die Nacht über den Kattgård senkt.