Halvmånefönster - Neubau zwischen Sommer und Schnee

Wir sind noch gar nicht ganz da, da wird erst mal ein wenig dekoriert. Aber nicht nur zur Deko sind Kürbisse an Bord: Michel versucht sich auch an eingemachtem Kürbis. Der Hokkaido kann mit Schale verwendet werden und macht sich in allen Varianten, ob mit Ingwer, Zwiebel oder Chili, besonders schön im Glas. Die erste Geschmacksprobe überzeugt uns allerdings nicht, so dass wir überlegen, einige Gläser wieder zu öffnen und den Inhalt zu Kürbisketchup zu verarbeiten. Ich werde berichten! ;-) 

Tags darauf bekommen wir Besuch von Bekannten aus Deutschland, die sich zufällig gerade im Urlaub "in der Nähe" befinden. Bei einem Abstecher vom Spaziergang entdecken Bianca und ich die ersten Trattkantareller, die, am Kattgård angekommen, sofort geputzt und getrocknet werden. Der jüngste Besucher ist dabei besonders fleißig! Danke Piet!!! :-)

Es war ein schöner Tag mit euch! Vielleicht kommt ihr uns ja mal wieder besuchen. ;-)

Im Verlauf des Urlaubs finden wir noch sehr sehr viele Trattkantareller und auch Pfifferlinge. Es gibt sie morgens im Omelett, oder im Risotto... einfach lecker! Als Michel den ersten Steinpilz entdeckt, ist es zu spät, der Winter hat Einzug gehalten und nach dem Frost schmecken die Pilze nicht mehr.

Noch aber haben wir schönstes Wetter und können in der Gegend übers Wochenende einen Steiger (Skylifter) mieten. 

Zuerst muss das riesige Ding positioniert und aufgebockt werden, bis die Räder in der Luft hängen. Damit es sicher steht, ist eine runde Wasserwaage zum Ausrichten angebracht. Man kann den Lifter von unten und vom Korb aus bedienen und natürlich muss Michel gleich in den Korb krabbeln und alles ausprobieren. :-)

Das halbmondförmige Giebelfenster fällt Michel bei der Inspektion quasi entgegen. Wie schlüpfen fix in unsere Arbeitsklamotten und dann geht's los: Ich streiche von unten (max. 4. Leiterstufe), Michel streicht oben die Westseite des Kattgård. Auch das weiße Dachholz wird abgeschliffen und übergestrichen. Und im oberen Teil werden fehlende Deckleisten ergänzt. Die Rödfärg leuchtet zuerst knallrot, was sich aber nach wenigen Tagen "normalisiert".

Während Michel noch streicht und mich ab und zu als Laufburschen hin und her schickt, beschäftige ich mich schon mal mit dem Laub. Wo es dicht liegt, harke ich es zusammen, auf den freieren Flächen im Garten saugt es der Ferrari beim Rasenmähen mit auf. Wie gehabt wird alles zum Mulchen der Beete und Baumscheiben verwendet.

Im Gierschbeet habe ich im  letzten Jahr schon die ca. einen halben Zentimeter großen Samen der Kaiserkrone verteilt. Bisher ist dort nichts aufgegangen. Später habe ich nachgelesen, dass es zwei bis sechs Jahre dauern kann, bis sich daraus erste Blütenstände entwickeln. Von meiner lieben Schwiegermama habe ich deswegen Kaiserkronen-ZWIEBELN geschenkt bekommen, die ich am gleichen Standort setze. (Die Zwiebeln sind mit ca. 7cm Durchmesser wirklich mächtig.) Nun sollten die Chancen besser stehen, diese giftige und nach Raubkatzenurin stinkende Pflanze als biologische Waffe gegen Wühlmäuse und Maulwürfe in unserem Garten zu kultivieren.

Bevor es an der Nordseite mit dem Fassadenanstrich weiter geht, bauen wir aus einem alten Nähmaschinengestell, ein paar Leisten und einer zerbrochenen Leimholzplatte einen Maschinentisch für unsere Tischkreissäge. Im vorderen Bereich wird ein Loch ausgesägt und ein Stück Fallrohr eingesetzt. Upcycling pur! Nun lässt sich auch hier die Absaugung anschließen und die reinen Sägespäne (ohne sonstigen Mist vom Werkstattfußboden) aufsaugen. Auch damit wird wieder gemulcht.... ;-)

An der Nordseite sind zwei Stirnbretter durchgefault und haben sogar ein wenig den Dachstuhl in Mitleidenschaft gezogen. Michel ist hier lange mit Ausbesserungsarbeiten und dem Austausch der Bretter beschäftigt. Ich kann schon mit dem "unteren" Anstrich beginnen. Die Kletterhortensie haben wir dazu samt Rankgitter abgeschraubt und an eine Leiter gehängt. Eimer um Eimer leert sich und der Steiger muss zurückgebracht werden. Für die Fassade im oberen Bereich bleibt Michel nichts anderes übrig, als wieder auf die Leiter zu krakseln. Dabei fallen ihm auch noch zwei fehlende Dachziegel am Giebel ins Auge, die natürlich auch ersetzt werden.

Mich ruft schon wieder der Garten. Die Hundsrose hinter dem Fahnenmast ist im letzten Jahr verschont geblieben, aber heute bekommt sie wieder einen kräftigen Rückschnitt verpasst. Dank des milden Wetters kann ich gut erkennen, wo sie erneut austreiben wird. Aus einigen der schlafenden Augen sind schon neue Triebspitzen gesprossen. Das Schnittgut wird wegen der vielen lästigen Dornen nicht in der Totholzhecke verarbeitet, sondern ein paar Tage "getrocknet" und dann verbrannt...

Wo wir gerade beim Verbrennen sind. - Lagerfeuer bei Vollmond sieht dann sooo schön mystisch aus!

Zwischendurch zieht es uns (besonders Michel) in die "Stadt". Bei einem dieser Ausflüge, die wir mit Einkäufen von Lebensmitteln, Baumaterialien und mit Hundespaziergängen verbinden, besuchen wir Skinnarnas Blommor & Trädgård.

Dort kaufe ich mir die langersehnten Sötkörsbär (Süßkirsche), 'Stella' E. Zurück am Häuschen ist die Pfanzstelle schnell auserkoren. Wir setzen sie mitten in die Spierstrauchfläche, gleich neben den Rest der im letzten Winter umgestürzten Kirsche. Während Yuma das Equipment bewacht, hebt Michel das Pflanzloch aus. (Dies geht glücklicherweise leichter, als gedacht.) Mir bleibt es, den Aushub von Steinen und dicken Wurzelstücken zu befreien und mit Pflanzerde und einer Portion Hornspäne aufzuwerten. Den stützenden Pflanzstab belassen wir beim Einpflanzen vorerst, was sich als schlau erweist, denn schon am nächsten Tag muss das Bäumchen dem ersten Herbststurm trotzen.

 

Bästa tiden att plantera ett träd vår för 20 år sedan.

Den näst basta Tiden är idag! 

 

(Der beste Zeitpunkt einen Baum zu pflanzen war vor 20 Jahren. Der nächstbeste Zeitpunkt ist heute!) 

Ein beliebtes Zeil bei unseren Shoppingtouren ist auch immer der Kirchenverkauf Erikshjälpen. Hier haben wir schon viele schöne, lustige, traditionelle und auch skurrile Teile für uns, das Schwedenhäuschen, unser Heim in Deutschland, Freunde und Verwandte gekauft.

"Und täglich grüßt das Murmeltier" ...heißt bei uns: Es sind Fenster zu renovieren. Diesmal die beiden dreiflügeligen Wohnzimmerfenster der Nordseite. Die Rahmenbretter befindet Michel für zu schlecht und fertigt daher neue, die auch gleich grundiert und lackiert werden, damit sie schon mal trocknen können. Ich entferne den alten Kitt, meistens nur aus dem äußeren Fensterflügel, aber auch bei einigen Innenteilen, da zwei der Scheiben einen Sprung haben. 

Erstmals bearbeitet Michel auch die Breite der einzelnen Flügel. Durch viele Anstriche in der Vergangenheit wurden sie zu breit für den Rahmen. Er hobelt an verschiedenen Stellen eine deutliche Schräge in die Längsseite. So werden sich die Flügel später wieder vernünftig schließen lassen. Scharniere müssen ausgebaut und besser wieder eingesetzt werden, Glasscheiben werden mit Stahlstiften stabilisiert und anschließend neu verkittet und gestrichen. Damit alles schnell trocknet dürfen sich die Fenster mit uns vor den Ofen kuscheln. ;-)

Über Nacht wird die Fensteröffnung nur provisorisch verschlossen. - Puh: Ist das dunkel in der Bude! :-(

Die Rahmen bekommen oben wieder ein Tropfblech und unten eine kleine Fensterbank. Jetzt ist alles wieder hübsch. :-)

Bei Sonnenschein nehmen wir uns einen Tag die Mistplatte vor. Michel hackt die meisten Stücke des zuletzt gefällten Baumes, sie wandern in den Stapel unter der Treppe zum Holzlager. Aus den knorzigen Stücken baue ich gegenüber vom Badezimmerfenster eine kleine Burg, vielleicht zieht dort ja ein Igel ein? Natürlich bieten wir auch den Vögeln wieder ein reiches Buffet. Der restliche Schotter verschwindet von der Mistplatte in einer der Kuhlen in der Auffahrt und ein Blick in die Zisterne zeigt uns: Es hat geklappt:

Der im Sommer selbstgebaute Schotterfilter funktioniert. Die Zisterne ist randvoll mit reinem Regenwasser. Über 20.000 Liter! 

"Ruckeldiemuh" - und plötzlich gibt's Schnee. Der morgendliche Blick vors Haus zeigt: Ca. 8cm und ziiiiemlich nass, so dass sich die noch belaubten Bäume bis auf die Straße verneigen. gemütlich ist es drinnen, vom warmen Ofen zu sitzen, selbst zu frühstücken und die Vögel vor dem Fenster bei ihrem Mahl zu beobachten. Am späten Nachmittag, als die Sonne wieder unter die Wolkendecke sinkt, wird das Licht wieder mystisch und wir machen einen Gang zum See.

"Kurz zack vor Schnörk" fällt uns ein, dass wir die Nistkästen noch reinigen müssen. Im letzten Jahr haben wir das vergessen und so sieht es in manchen Kästen auch aus: Mindestens zwei Matratzen übereinander. - Oder ein "Erbsenprinzessinnenzimmer"?

Aus Restholz bauen wir zwei neue Nistkästen und damit im Winter etwas Farbe im Garten ist, vermische ich den Lack mit blauen Pigmenten vom Vorbesitzer unseres Hofes. Upcycling - ich liebe es! :-)

Im Moment wirken die neuen Kästen noch etwas deplatziert an den moosigen Bäumen, aber das wird sich schnell ändern.

Die schwierigste Aktion des Urlaubs ist der mehrtägige Neubau des Halbmondfensters (Halvmåndfönster).

 

Michel hat schon bei der Inspektion gesehen, dass der Rahmen lediglich aus dünnem Sperrholz gefertigt war. Aber auch das Fenster selbst ist in einem denkbar schlechten Zustand. Es zerfällt schon beim Ausbau in seine Einzelteile. Nachdem wir die Stücke genau begutachtet und provisorisch wieder aneinander gepusselt haben, werden sie als Schablone für das neue Fenster genutzt. Aus Douglasie fräst Michel drei Rundbogenstücke, die mit Nut und Feder versehen und aneinander geleimt werden. Die kleinen trapezförmigen Verzahnungen erweisen sich als zu instabil. Also noch mal das Ganze; diesmal mit einfacher L-förmiger Überlappung. Auch Quer- und Mittelholm entstehen aus dem witterungsbeständigen Holz und werden mit den Rundbögen verzahnt. Dann folgt die Nut für die Scheiben. Wieder ein wenig Gefrickel in den Ecken, bis alles passt.

Als Michel den Rahmen fertigt, beschließt er, ihn direkt mit dem Fenster zu verschrauben. Zwar ist der Ein- (und ggf. zur späteren Renovierung Aus-) bau dann nur noch von drinnen möglich, aber wir können das Fenster heute noch grundieren.

Als wir die Werkstatt an diesem Abend verlassen ist es stockdunkel draußen, doch der Mond steht bereits hoch über der Scheune und leuchtet uns den Weg bis zum Haus.

Nachdem der nächste Anstrich getrocknet ist, kann der Einbau der Scheiben folgen. Von den bestehenden Scheiben ist eine aus Plexiglas und blind, die andere hat einen Sprung. Die neuen Scheiben schneidet Michel selbst und aufgrund des spärlichen Werkzeuges scheitern einige Versuche, bis zwei passende gläserne Viertelkreise entstehen. Am letzten Urlaubsabend ist es schon dämmrig als Michel auf den Spitzboden klettert und (mit Kopflampe bewaffnet) das Fenster durch die Öffnung nach draußen schiebt, um es von innen zu Verschrauben. Zu allem Überfluss sind auch noch die Deckleisten um Millimeter zu lang geraten, so dass sie zuerst gekürzt werden müssen. Im Dunkeln wird das Fenster eingebaut und so können wir das Gesamtwerk erst am Tag unserer Abreise bewundern.  

Ein Fazit beruhig: In diesem Leben müssen wir dieses Fenster nicht mehr ersetzen.

;-)