Kånna högar - ein Gräberfeld in Ljungby

Südlich von Ljungby, nördlich der Kirche des Örtchens Kånna befindet sich eines der größten Gräberfelder Smålands. Es stammt aus der jüngeren Eisenzeit (400-1050 n. Chr.). Hier findet man fast 300 antike Überreste von Grabhügeln und Steinsetzungen -überwachsen mit Blaubeeren, Heide und einigen Wacholderbüschen.

Vermutlich wurde dieser Ort der Beisetzung von mehreren Dörfern benutzt.

Die meisten Gräber der Hügel von Kånna sind sogenannte Brandgräber: die Toten wurden eingeäschert und erhielten bei der Bestattung Totengaben. Dies entspricht einer zweitausendjährigen HEIDNISCHEN Tradition.

Die einzelnen Gräber haben verschiedene Formen und Größen, was darauf hindeutet, dass hier über einen langen Zeitraum ein expandierender Siedlungsplatz entstand. Es fanden gesellschaftliche Veränderungen statt. Die "kleinen (små) Gebiete (land)" von Småland = die Herrschaftsgebiete der Fürsten über die umliegenden bäuerlichen Siedlungen in den fruchtbar bewässerten Tälern des Flusses Lagan entstanden. Auf dem Laganweg, einer der damals wichtigsten Verkehrswege Schwedens, bewegten sich die Menschen mit den Waren und den neuesten Nachrichten aus entfernten Gebieten. So waren die Småländer bei der Christianisierung im 11. Jahrhundert vermutlich mit dem Gottesbegriff bekannt.


Hinweise darauf fand man 1964, als man auf Grund von Straßenbauarbeiten drei Gräber genauer untersuchte.

Hier entdeckte man Skelette, die in Ost-West-Richtung bestattet waren. Dies verrät deutlich den nun CHRISTLICHEN Einfluss. Bei einem der nun unverbrannten Toten wurden Grabbeigaben in Form einer bronzenen Schnalle, eines eisernen Messers und einer Silbermünze gefunden, wie sie in der griechischen Mythologie zur Überquerung des Flusses Charon ins Totenreich benötigt wurde. Mit fortschreitendem Christentum begannen die Menschen ihre Verstorbenen auf Friedhöfen zu bestatten.

Im 18. und 19. Jahrhundert inspirierten die Runensteine der Wikingerzeit dazu, dass man diese in den Park eines Herrenhauses versetzte, oder neue Steine aufstellte und ritzte um vorzuweisen, dass Schweden eine ruhmreiche Geschichte hatte. Manchmal wurden auch eine Runeninschrift auf bereits aufgerichteten Steinen eingeritzt.

       So ist es der Fall bei einem der Bautasteine auf dem Grabfeld von Kånne. Die Inschrift wurde 1939 von einem Bauern entdeckt.

Die Runenfolge "amstihl" gibt möglicherweise einen Personennamen, nämlich A.M.Stihl an.:

 

ᛆᛘᛋᛏᛁᚼᛚ.ᚠᚯᚦ 1799 ᛒᛚᛂᚠ ᛋᛁᚱᛁᛏ 1822

 

amstihl föþ1799 blef sirit 1822

 

A. M. Stihl, född 1799. (Stenen) blev sirad 1822

A. M. Stihl, geboren 1799. (Der Stein) wurde 1822 verziert