Nudeln aus Hartweizen- Grieß selber machen

Bei jedem Einkauf stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welche Nudeln am leckersten, gesündesten, ökologischsten und sonst noch was sind. Welche schneiden im Preis-Qualitäts-Verhältnis am besten ab. Und wo bekomme ich erschwinglich plastikfrei verpackte Nudeln. 

Durchdenkt man all diese Faktoren, kann einem schonmal der Kopf rauchen. Bis die zündende Idee durchsickert: Warum machen wir unsere Nudeln nicht selber?

Ein Teigrezept ist schnell gefunden und wirklich denkbar simpel. Nur drei Zutaten braucht es:

 

500 g Hartweizen-Grieß   +   2 Eier   +   80 ml Wasser

 

 

Zuerst werden die Eier in den Grieß geknetet, dann gibt man nach und nach Wasser dazu, bis der Teig eine schöne feste Konsistenz hat und nicht mehr an den Fingern, der Schüssel oder der Arbeitsfläche klebt.

 


Aus grauer Vorzeit (niemand kann sich entsinnen, woher dieses Maschinchen stammt), befindet sich in unserem Vorratsraum eine Nudelmaschine der italienischen Firma Marcato. - Daher liegt die Vermutung nahe, dass es sich um ein Geschenk der schweizerischen Verwandtschaft handelt. ;-)

 

Mit dem Model 110, welches schätzungsweise aus den frühen 80er Jahren stammt, lassen sich Lasagne, Fettuccine und Tagliolini herstellen. So schreibt es der Hersteller des von Otello Marcato 1930 gegründeten Unternehmens. Welche der beiden zuletzt genannten Bandnudeln die schmalen, welche die breiten sind, hat sich uns bisher nicht erschlossen... ;-) 


Aber erst mal geht es ja darum, Teile des Teiges dünn auszuwalzen, nachdem man ihm mindestens 15 Min. Zeit zum Quellen des Grießes gegeben hat. (Übrigens kann der Teig auch ruhig länger, sogar über Nacht, stehen.) Reißt der Teig beim ersten Walzen ein, ist er nicht geschmeidig genug und man sollte ihm noch etwas Wasser zugeben. Klappt der erste Durchgang, wird die Teigplatte einmal gefaltet und erneut durchgekurbelt. Mit jedem Walz-Durchgang wird der Teig nun geschmeidiger und geschmeidiger. Ertönt am Ende eines Walzvorganges ein Schmatzen (durch das Herauspressen der vom Falten eingeschlossenen Luft), hat dieses Teigstück in "Lasagneform" die richtige Konsistenz.

Sind alle Teigteile auf diese Art bearbeitet, wird der Walzenabstand verringert und die Teigplatten dünner ausgewalzt. (Beim nächsten Mal werden wir darauf achten, dass jeweils die komplette Maschinenbreite genutzt ist, da die äußeren Nudeln sonst zum Reißen neigen.) Für Lasagneplatten können die Flatschen jetzt von Hand auf Länge geschnitten werden. Für Bandnudeln werden sie durch den zweiten Teil die Maschine gedreht. Je nach Wunsch, in schmaler oder breiter Ausführung. Zum Zwischenlagern und anschließenden Kochen oder auch, um die Nudeln durch Trocknung haltbar zu machen, sollten sie möglichst nebeneinander aufgehängt werden, da sie sonst in der warmen Küche aneinander kleben können. Wir haben uns mit einem Bambusstab beholfen, den wir durch die herzförmigen Ausschnitte in den Lehnen unserer alten Stabellen-Stühle gesteckt haben. Yuma hat während unserer Arbeit die bereits fertigen Nudeln gut bewacht. ;-)

Dem Kochwasser ist deutlich mehr Salz zuzugeben, als bei industriell hergestellten (salzhaltigen) Nudeln.

Die Kochzeit ist deutlich kürzer, solange die Nudeln ungetrocknet sind.

 

Was soll ich sagen? Mit der selbstgemachten Tomatensauce einfach ein Gedicht!

Am liebsten NIE WIEDER Discounter-Nudeln...

:-)

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