Beetnachbarn - Mischkultur - Chaosgarten!?

Wildwuchs? Neiiiin... oder, naja, ein wenig vielleicht. Aber partiell hat das Chaos seinen Sinn und Zweck.

Achtung, jetzt wird es etwas theoretisch, aber keine Bange, nach der trockenen Kost gibt es viel Grün zu sehen und eine feuchte Stärkung für die Stars im Garten! ;-)

Wer es schafft bis nach unten zu lesen, hat sich eine Belohnung verdient ... Kurze Nachricht über unseren Briefkasten reicht.

Im zweiten Jahr gärtnere ich nun, habe vorab viel im Netz recherchiert und bin ziemlich schnell über die Worte "Beetnachbarn" und "Mischkultur" gestolpert. Was hat es damit auf sich? Alle Einzelheiten zu erwähnen, würde dieses Blog sprengen. Deswegen versuche ich die Vorgehensweise, aber vor allem die damit verbundenen Vorteile(!), zusammenzufassen, denn im Gemüsegarten gibt es Pflanzen, die sich  gegenseitig begünstigen. Sei es durch:

  1. Gerüche einer Gemüsesorte, die den Schädlingen einer anderen Sorte "stinken". Oder Duftstoffe, die das Wachstum und Aroma des Nachbarn sogar fördern.
  2. Bakterizide und fungizide Wirkung eines Gemüses, die ein anderes vor Pilzbefall schützt. Oder  Stickstoffbindung an den Wurzeln, die den Boden automatisch aufdüngt.
  3. Beschattung durch große Blätter einer Pflanze, die das Austrocknen der Erde für ihre Nachbarn mindert. Oder Pfahlwurzeln, die den Boden für seinen Nachbarn auflockern. Überhaupt unterschiedlich tief gehende Wurzeln, die dem Gemüsenachbarn keine Konkurrenz machen, sowie unterschiedliche Wuchshöhen, die sonnen- und schattenliebende Gattungen vereinen. Bzw.: Unterpflanzungen mit bodenbedeckenden Arten, die das Unkrautwachstum an schlecht zu bejätenden Sorten unterdrücken.
  4. Oder sei es auch nur, Pflanzen mit sehr unterschiedlichen Erntezeitpunkten zusammen zu setzen, um den Platz der Beetfläche bestmöglich auszunutzen.

Natürlich gibt es auch die Kehrseite, die zu beachten ist.: Pflanzen, die sich im Wachstum hemmen oder durch unterschiedliche Ansprüche an den Boden, meist vor allem an den Feuchtgehalt, einfach nicht zusammen passen.

Am Ende dieses Blogposts findet ihr meine Tabelle, in der ich die guten und schlechten Beetnachbarn grafisch zusammengefasst habe. Aber zuerst zeige ich euch, für welche Kombinationen ich mich entschieden habe.  ;-)

Auch Kräuter spielen bei der Nutzung der genannten Vorteile eine große Rolle. Oft sind es ihre natürlichen ätherischen Öle, die den gemüsigen Mitbewohnern Schädlinge vom Hals halten oder ihr geschmackliches Aroma verstärken.

Bei uns sind die Kräuter schon seit eh und jeh (von der lieben Schwiegermama) im Beet neben der "Ackerfläche" zusammen gepflanzt. Hier bleiben sie im Frühjahr vor sämtlichen Beetvorbereitungsarbeiten ungestört. >>>

 

Extrem gute Erfahrungen habe ich selbst mit Basilikum gemacht, welches im Gewächshaus (immer wieder mal ausgesät) unter den Tomaten wächst. Sein ätherisches Öl hält zuverlässig die Blattläuse von den geliebten Tomaten fern.

 

Auch Blumen dürfen im Gemüsegarten nicht fehlen, denn sie locken Insekten an, die auch die Blüten des Gemüses bestäuben und so für einen fruchtbaren Ansatz sorgen. Bei der Auswahl der Blumen geht es uns nicht so sehr um das optische Vergnügen und auch nicht um den betörenden Duft, obwohl dieser ja (wie bereits erwähnt) ein großer Pluspunkt sein kann. Vielmehr achten wir hier auf geöffnete Blüten, die den Hummeln, Bienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen etc. freien Zugang zum Pollen gewähren.


Auch viele "Unkräuter" sind in unserem Garten gerne gesehen. Echt jetzt! Brennesseln zum Beispiel. Sie wandern noch vor der Blüte (Das ist wichtig, da ihr sie sonst im ganzen Garten verteilt) in die erste Jauchetonne. Borretsch und Beinwell landen hingegen erst nach der Blüte für den Jauchenachschub im zweiten Ansatz. Die angesetzte Jauche wird immer mal wieder umgerührt. Schnell fängt sie an zu stinken. (Seid froh, dass es keine Geruchsübertragung via WWW gibt. *lach) Sie ist einsatzbereit, wenn sie aufhört zu blubbern. Gedüngt wird bei uns alle 2-3 Wochen, am besten nachdem der Boden vom Regen oder Gießen feucht ist, im Verhältnis 1l Messbecher Jauche pro Gießkanne, Rest Wasser.


Die ertragreiche Ernte von gesundem Gemüse ist das tolle Ergebnis der Umsetzung all dieser gesammelten Informationen.

Wer nicht so viel Platz im Garten hat, aber trotzdem in den Genuß von schmackhaftem, selbstgezogenen Gemüse kommen möchte, für den kann ich den Anbau in Kübeln empfehlen! In diesem Jahr hatte ich einige Pflanzen für den Kattgård-Gemüsegarten vorgezogen. Da wir nicht reisen konnten/wollten, suchten diese bald ein eigenes Plätzchen im heimischen Garten. Aber die Beete waren bestückt oder der Platz verplant. Also sind die Stangenbohnen in einen großen Pott mit ein paar zusammengebundenen Bambusstangen eingezogen. Kürbis und Zucchini mit einer hübschen Kapuzinerkresse in je einen Pflanztopf. Geschenkte Zuckererbsen in einfache Balkonkästen. An den Zaun gestellt, damit sie auch gleich eine Rankhilfe haben. Und auf unserer Dachterrasse stehen ja ohnehin immer viiiele Tomaten in Maurerkübeln. Hier solltet ihr nur auf einen Regenschutz achten. 

Ein paar Kürbisse sind auch auf den recht frischen Kompost gepflanzt. Das empfehle ich euch aber NICHT. Die Bodenmasse ist zu locker für das Wurzelwerk. Gießwasser verschwindet zu tief und die Schnecken haben hier im Gewühl leichtes Spiel.

 

Klappt halt nicht immer alles!

:-(

 

Die "grünen" Kartoffeln, die hier vom Vorjahr aufgelaufen sind, hatten mich inspiriert.

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So, wie sieht es aus? Habt ihr Lunte gerochen? Gärtnern ist eines der schönsten Hobbys: man ist in Bewegung, an der frischen Luft, spart Geld, isst gesunde Lebensmittel, fördert die Artenvielfalt, etc.. pp.. usw..

 

Ein bisschen Nachbarschaftshilfe gefällig? ;-)

Hier die Tabelle - auch zum Download:

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