Altes Gewächshaus zu neuem Leben erwecken

Mein sehnlichster Wunsch seitdem ich im vergangenen Jahr das Gärtnern zur Teil-Selbstversorgung für mich entdeckt habe, ist ein Gewächshaus. Ein altes soll es ein, welches noch echte Glasscheiben hat. Eines, das ungeliebt in einem anderen Garten vor sich hin modert und von uns wieder zu neuem Leben erweckt, gehegt und gepflegt werden wird. Und an einem sonnigen Tag im April, springt es mir dann zum Schnäppchenpreis bei Kleinanzeigen ins Auge! Ein kurzer Anruf beim Anbieter, eine etwas längere Diskussion mit meinem Grizzly ("Ein neues Häuschen kostet am Ende der Reparaturen auch nicht mehr...etc"), den Anhänger an den Bulli gehängt: Abfahrt...

Dann steht es vor mir, ein Träumchen in meinen Augen, in denen Michels eher nicht. Aber was tut MANN nicht alles für Frau. Der Ausbau der noch vorhandenen Scheiben (und Folien) geht recht flott. Danach entscheidet Michel, das Gerüst nicht weiter zu demontieren, sondern es (etwas unkonventionell - zugegeben) im Ganzen auf dem Anhänger zu verzurren. Das klappt viel besser als gedacht, quasi Maßarbeit. Die Fahrt (über kleine Straßen versteht sich) ist nicht lang und so können wir kurz darauf zu Hause nach einem geeigneten Plätzchen suchen.

Das Abstechen der Grasnarbe findet unter erschwerten Bedingungen statt: Die Bienchen, die bisher Alleinherrscher auf der kleinen Streuobstwiese sind, haben keinen Bock auf Gewächshausbau.. Also schwingen wir uns in unsere Imkerkluft und hoffen, dass die Damen sich beruhigen, wenn es nach dem Bau des Häuschens wieder ruhiger wird. Den Aushub der Fläche siebe ich grob durch, um ihn später als Füllmaterial wiederzuverwenden. Als Fundamente graben wir ca. 50cm lange  Abwasserrohre ein, in die dann mit Zement die Befestigungswinkel verankert werden. Rasenkantsteine werden auf Länge gebracht und rundum unter dem Gerüst eingegraben, so haben weder Queke noch Wühlmäuse eine Chance und das Gerüst wird zusätzlich stabilisiert.

Wenige Tage später geht es mit dem Anhänger zum Bauhof. Der Aushub hat natürlich nicht zum Befüllen des Häuschens gereicht und soll jetzt um Kompost ergänzt werden. Es staubt wie verrückt beim Einladen des Kompostes und mieft auch ziemlich. (Wahrscheinlich wurde der Kompost chemisch aufbereitet, aber die Alternative: diese Menge in Plastiksäcken beim Gärtner zu kaufen, haben wir verworfen.) Etwas verwundert bin ich, als Michel auch eine halbe Anhängerladung Sand bestellt...

Nun heißt es für mich schaufeln, schaufeln, schaufeln. Zwischendurch gießen, damit sich die Erde wieder setzt, und weiterschaufeln. Während der Boden sich langsam wieder "hebt", stelle ich fest, wie niedrig das kleine Häuschen ist, schnell stoße ich mir den Kopf am schrägen Dach. Deswegen soll der mittig angelegte Weg tiefer bleiben. Aus Hartholz bauen wir einen Kasten und Michel miemt beim Transport den Kapitän! ;-) Ebenfalls bei Kleinanzeigen ergattere ich zu verschenkende Waschbetonplatten. (Die Bilder vom Transport unterschlage ich, sie könnten bei meinem Grizzly nur Unmut bezüglich der Erinnerungen an die Schlepperei wecken. *hüstel) Einige der Platten dienen als Wegbefestigung. Und andere...

 

Ich bin happy!!! Mir gefällt das Gewächshaus jetzt schon. :-) Total motiviert putze ich die noch vorhandenen Scheiben und hänge die, die passen, wieder ein. Die Klammerbefestigung ist nichts für schwache Pfoten, sage ich euch...

Hochkonzentriert merke ich fast nicht, was der Michel "nebenbei" alles leistet. Er buddelt einen kleinen Graben und verlegt die Wasserleitung näher ans Häuschen. Er sticht weiteren Rasen ab, gleicht den schiefen Untergrund aus und verlegt weitere Platten vor dem Eingang zum Gewächshaus. Jetzt kann man hier prima mit Wasser rumplantschen, ohne kurze Zeit später im Matsch zu stehen. DANKE!!! <3

Die heilen Seitenscheiben reichen nicht aus, um alle vier Seiten des Häuschens zu verschließen. Deswegen nutzen wir die (leider etwas dickeren und daher schlechter zu befestigenden) Dachscheiben ebenfalls für die Wände und entscheiden, für das Dach Doppelstegplatten zu bestellen. Die Scheiben müssen vorher allerdings zugeschnitten werden. Die Breite passt zwar, aber wir benötigen andere Längen und auch dreieckige Elemente. Für die letzte fehlende Scheibe opfert Michels Mama einen alten Bilderrahmen. DANKE an Anne: Am Ende des Tages sind die Seiten und die Türe dicht! :-)

Die Wasserzapfstelle gestaltet Michel mit einem alten Eichenbalken nun noch einmal um: Sieht das nicht schööön aus?

Ich bin total begeistert! :-)

Mit einer Woche Verspätung treffen die bestellten Doppelstegplatten endlich bei uns ein. Und hätten Hannes und Claire (Danke euch beiden!) sie nicht beim Hersteller abgeholt und uns gebracht, wir hätten noch weitere Tage darauf warten müssen. Gleich am nächsten Tag werden die Platten zurechtgeschnitten und der obere Hohlraum mit Aluband verklebt. Nach dem Einschieben in die Dachschienen, werden die Platten ebenfalls mit Klammern gesichert. Diesmal mit Hilfe einer Zange, denn der Abstand ist NOCH ENGER, als bei den Scheiben.

Als auch das Fensterelement wieder an seinem Platz sitzt, ist es geschafft.

Endlich können die vorgezogenen Tomatenpflänzchen einziehen ("Berner Rose, Ochsenherz und Ananastomaten"). Ihnen ist es im Haus schon längst zu schattig geworden und sie wollen aus ihren kleinen Pötten befreit werden. In dem frischen Kompost erholen sie sich innerhalb einer Nacht vom Umzug und legen in den nächsten Tagen so richtig los. Man kann ihnen beim Wachen zusehen und auch farblich sehen sie bald viel kräftiger aus.

Andere Jungpflanzen warten nun im Gewächshaus auf ihren Umzug ins Freiland. Andenbeeren, Ananaskirschen, Chilis, Porree, Fenchel, Gurken, Kürbis, Zucchini und Mais... In die Kübel auf der Terrasse zieht die Tomatensorte "Black Zebra" ein. und ein Blick auf den Acker zeigt: Auch hier sprießt das erste ausgesäte Gemüse. Zwiebel "Stuttgarter Riese", Rote Beete, Möhren und Knoblauch.

Gibt es unter unseren Lesern Gartenbegeisterte?

Dann meldet euch doch mal bei mir.:

Ich habe

 

Tomatenpflanzen und

Physalis (Ananaskirschen) zu verschenken,

 

die dringend neue Pfleger suchen!

:-)

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