DIY - Kastanien-Waschmittel - zero waste

Der Herbst neigt sich langsam dem Ende, die ersten Fröste überziehen das Land. Höchste Eisenbahn für mich, mir noch einen kleinen Vorrat an Kastanie zusammenzusuchen. Daraus stelle ich mein Waschmittel her!

Die in den Kastanien enthaltenen Saponine (lateinisch sapo = Seife) ergeben beim Aufschütteln mit Wasser einen seifenartigen fettlösenden Schaum. Einen höheren Anteil an Saponinen finden sich in indischen Waschnüssen. Da meine Intention aber nicht nur die Vermeidung von Tensiden und anderen Schadstoffen für die Umwelt ist, sondern auch die Vermeidung von Verpackungsmüll und ich zudem eine Einfuhr aus Indien nicht unterstützen möchte, sind die heimischen Rosskastanien DIE Alternative für mich. Das Waschergebnis hat mich bisher immer restlos überzeugt, probiert es doch auch einmal aus! Übrigens kann man auch gut die Herbstdeko zur Waschmittelherstellung zerpflücken. ;-) Die Kastanien müssen nicht frisch sein, wenn ihr sie verarbeitet. Beim Anlegen eines Jahresvorrates ist aber zu beachten, die Kastanien möglichst trocken, kühl und zunächst breit verteilt zu lagern, sonst besteht die Gefahr, dass sie anfangen zu schimmeln. Es soll auch möglich sein, sie einzufrieren; derzeit versuche ich dies mit ganzen und bereits zerkleinerten Kastanien.

So viel also zu den Fakten. Für die Bildergucker geht es jetzt zur Sache und für  interessierten Waschteufel, gibt es die entsprechende "Bastelanleitung" zum Thema. ;-)


Frische Kastanien lassen sich recht leicht mit dem Messer zerhacken und anschließend in einem Mixer noch weiter zerkleinern. Dabei gilt, je feiner der "Schredder", desto besser lösen sich die Saponine aus der Frucht. Man kann die Kastanien auch in Stoff wickeln und mit dem Hammer zerstoßen, oder sie mit einem Nussknacker zerquetschen. Diese letzte Variante eignet sich besonders gut, um WEISSWASCHMITTEL herzustellen. Beim Ansatz dazu sollte nämlich die dunkle Schale nicht mitgenutzt werden, da sie auf weißer Wäsche einen Grauschleier hinterlassen kann. Bei der Nussknackermethode löst sich die Schale oft selbst vom Inneren der Kastanie.

Zur Laugenherstellung wird das Schrot nun mit heißem Wasser übergossen und muss einige Zeit ziehen. Ich stelle mein Waschmittel gerne auf Vorrat her und lasse es daher über Nacht ziehen. Die restliche Arbeit ist nämlich fix erledigt: Gießt euren Ansatz durch ein Sieb ab und füllt dabei die gewonnene Seifenlauge in ein passenden Gefäß ab. Und schon kann es losgehen!

Ab jetzt also NULL Euro für Waschmittel ausgeben und NULL Müll durch Verpackung und Mikroplastik produzieren, denn die Kastanienreste können natürlich kompostiert werden. (Sie treiben ja nicht mehr aus.)

Jetzt fragt sich der ein oder andere vielleicht, in welcher Zusammensetzung man die Herstellung angehen sollte. Da muss ich sagen: Ich mache das "frei Schnauze". Als grobe Mengenangabe für den ersten Versuch könntet ihr es mit

5 großen Kastanien und

250 ml Wasser

versuchen. Zusätzlich kann man der Lauge auch noch

ca. 5 Tropfen ätherisches Öl

beigeben, um der Wäsche einen frischen Duft zu verpassen, denn das Grundrezept ist geruchsneutral. Zur Haltbarkeit in flüssiger Form kann ich noch keine Angaben machen, bisher habe ich immer ca. einen Liter Waschmittel hergestellt und damit ca. 4x gewaschen.

 

Stellt ihr auch solche alternativen Produkte her?

Dann schreibt mir doch mal eure DIYs zum Thema Reinigungsmittel und Kosmetik.

Allen einen schönen Sonntag und: Viel Spaß bei der Kastaniensuche!

:-)

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