Kattgård vs. Imkerei - Teil 1

Es wird Zeit euch zu berichten, warum es in den vergangenen Monaten etwas ruhiger zuging auf unserer Homepage.

Im März ist leider Michels Papa gestorben. Trotz der vielen Gefühle und wichtigeren Erledigungen, musste schnell die Frage geklärt werden, wie es mit Heinzes Imkerei nun weitergehen soll. Die Bienchen standen in den Startlöchern, der Frühling nahte und das Bienenjahr begann gerade. Wir mussten uns schnell entscheiden, ob wir die Imkerei aufgeben und die derzeit sechs Bienenvölker verkaufen, oder ob wir die Imkerei weiterführen möchten. - Und wie wir nunmal so sind, wollten wir es wenigstens ausprobieren. :-)

Da bislang niemand von uns in die Thematik hineingeschnuppert hatte, war es ein Sprung ins kalte Wasser. Wir haben daher Kontakt zu einem erfahrenen Imker im Ort aufgenommen und können sagen: Von ihm haben wir die beste Schulung und Unterstützung erhalten, die man sich wünschen kann. An dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN an ihn!

Nun galt es also für Michel ganz schnell zu lernen, die Völker durchzusehen. Zu prüfen, ob die Königin und Brut in allen Stadien der Entwicklung vorhanden ist, Nektar und Pollen eingebracht wird, die Anzahl der Drohnen zu den Immen stimmig ist und und und... Auch die Logistik musste auf einen Stand gebracht werden, der uns einen leichteren Überblick verschaffte, denn die Erfahrung und das Hintergrundwissen, welches Heinz hatte, mussten wir ausgleichen, indem wir unsere Notizen beim nächsten Besuch mit Michels "Imkervater" besprachen. Es galt Beuten durchzunummerieren, Stockkarten zu erstellen und ausfüllen zu lernen, Draht in Rähmchen zu ziehen, Mittelwände einzulöten und vieles mehr.

Nicht ahnend, dass das Bienenjahr ja noch gar nicht richtig gestartet war, hatten wir uns schon in der ersten Sicherheit gewähnt. Und dann kam, was kommen musste: Das erste Volk schwärmte. Die alte Königin hatte mit ihren liebsten Bienchen die Beute verlassen. Mit vereinten Kräften haben wir es wieder eingefangen und in einer neuen Beute untergebracht. In der alten hatten sich die verbliebenen Immen eine neue Königin herangezogen. Schon war es da: Volk Nummer 7.

Andere Völker waren ebenso groß und stark und bildeten bereits die ersten Weiselzellen (ein Zeichen für die Anzucht einer neuen Königin - wieder Schwarmgefahr!). Mit Hilfe unseres Imkervaters wurden Begattungskästen vorbereitet, mit einer angehenden Königin und einer Suppenkelle (echt!) voller Bienen ausgestattet. Ich weiß jetzt nicht mehr genau, wann, wo, wie, was geschah, jedenfalls gelang uns so mancher Ableger und plötzlich hatten wir 16 Völker!!! :-o

Wir hatten kaum genügend Beuten und Ablegerkästen und so nutzten wir alles neue und alte Equipment. Spätestens jetzt ging kein Weg mehr daran vorbei, dass ich mit anpackte. Ab in die Imkerkleidung samt Schleierhut und frisch ans Werk.

Bei jeder Durchsicht fingen wir nun Königinnen ein und zeichneten sie mit einem grünen Punkt mit Nummer, um sie später besser wiederfinden zu können.

Anfang Juni haben wir das erste Mal geschleudert. Diesmal bekamen wir eine Einweisung, denn diesen Job hatte bisher Anne übernommen. Alles lief super, im wahrsten Sinne des Wortes! Am Ende des Tages hatten wir 30 Liter/ Kilo Honig im Eimer.                                                 Das Gefühl war unbeschreiblich... - Gut! :-)

Teil 2 folgt in Kürze.

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Kommentare: 2
  • #1

    Anneke (Freitag, 09 August 2019 12:17)

    Hej Judith!
    Wenn man dann noch bedenkt, dass eine einzelne Biene in ihrem Leben 2 - 3g Honig "produziert", dann habt Ihr da sehr fleißige Bierchen gehabt. (Habe ich erst kürzlich gelernt. ;-) )
    Viel Erfolg weiter mit Euren Bienen!
    Liebe Grüße!
    Anneke

  • #2

    Judith (Mittwoch, 14 August 2019 14:19)

    Hej Anneke,
    ich habe dazu im Netz Folgendes gefunden:
    "Eine Arbeitsbiene produziert in ihrem knapp fünf Wochen langen Leben nur knapp zwei Teelöffel voll Honig. Für zwei Pfund Honig (also ein Glas *Anm. von Judith) muss ein Bienenvolk 2 Millionen Blüten anfliegen und legt dabei insgesamt ungefähr 88 000 Flugkilometer zurück."
    Das ist krass, oder?
    Liebe Grüße zurück ins Land der Sehnsucht!
    ;-)