Arzberg-Blaublüten-Schnäppchen

Vor inzwischen mehr als vier Jahren, haben wir im Keller des Kattgård ein unvollständiges Service der Firma Arzberger mit dem Blaublüten-Dekor gefunden. Eingewickelt in Zeitungspapier, das durch die Kellerfeuchtigkeit total aufgeweicht und stockfleckig war.

Natürlich wurde es gereinigt und kommt seither zu neuen Ehren. Entweder ziert es das alte Kückenbuffet, oder wir decken den Tisch damit ein (wenn Gäste kommen). :-)

 

Auf jedem Flohmarkt suche ich nach Einzelteilen und diesmal habe ich Glück und kann eine Kaffeetasse mit Untertasse, sowie drei Eierbecher ergattern.

Erst zu Hause fällt mir auf, dass das Porzellan mit verschiedenen Stempeln versehen ist. (Wenn wir wieder im Kattgård sind, werde ich auch hier mal einen genaueren Blick unter das Geschirr werfen.) 

 

Das macht mich natürlich neugierig und so habe ich das Www mal sinnvoll genutzt und ganz viele Informationen zusammengetragen - Quelle also - wikipedia:

 

1931 entwarf Hermann Gretsch das Kaffee- und Tafel-Service 1382 für die Porzellanfabrik Arzberg und es wurde erstmals ausgeformt. Seidem gilt es als Musterbeispiel für eine zeitlos schlichte, klare Form, die sich deutlich von dem bisher üblichen Stil des Rokoko und Art déco absetzt. 1936 erhielt Gretsch die Goldmedaille der VI. Triennale von Mailand. 1950 nahm sie das Museum of Modern Art, New York, in seine Ausstellung „Good Design“ auf.

 

Gretsch leitete mit der Form 1382 eine Trendwende in der industriellen Porzellanfabrikation ein. Die neue Formensprache war für Arzberg ein erhebliches Risiko, da nicht vorhersehbar war, ob der bestehende Kundenkreis ein so schlichtes, rein auf Funktion ausgelegtes Geschirr annehmen würde. Gretsch lehnte ein Dekor zwar aus gestalterischen Gründen ab, dennoch wurden aus kaufmännischen Erwägungen bald mehrere Dekore angeboten. Gleichzeitig wurde das Konzept eines „Sammelgeschirrs“ entwickelt, das ein Privathaushalt nach Kassenlage über die Jahre komplettieren konnte. Heute ist dieses Prinzip aus der Branche nicht mehr wegzudenken.

 Die Bodenmarke:

Von 1808-1904 bestand die Bodenmarke aus den Anfangsbuchstaben des Firmengründers Theodor Lehmann.

Von 1911-1927 zierte sie eine Kronen und die Initialen PAGS.

Von 1919-1927 gab es einen schörkeligen Stempel der Porzellanfabrik Schönwald, Abteilung Arzberger. Und einen identischen mit dem Zusatz BAVARIA.

Von 1928-1946 wieder ein Krönchen, diesmal mit Wappen, den Initialen PA, sowie dem Schriftzug Arzberg Bavaria.

Von 1931-1946 die reine Schriftform: Porzellanfabrik Arzberg.. Kolibri (dazu konnte ich nicht mehr herausfinden..)

In den 50er Jahren findet sich unter dem sehr lange gebräuchlichen Schreibschrift "Arzberg" der Zusatz: GERMANY und eine Nummer, zu der ich gerne mehr wüßte!?

1957 folgt dann natürlich eine Prägung mit dem Hinweis auf die gewonnene Goldmedaille.

von 1970-1974 wird das Logo sehr gradlinig und modern: weiße Schrift auf schwarzen Grund.

1972 (-1999) fusioniert Arzberg mit der Firma Hutschenreuter AG und die Bodenmarke wird entsprechend angepasst.

Seit 1977 gehört Arzberg zur Rosenthal GmbH und prägt das Geschirr wieder mit eingekreistem "Arzberg" und dem Zusatz: Germany in Druckschift.


Natürlich haben sich auf den Flohmärkten auch wieder einige Bücher in den Rucksack geschmuggelt.

Schwedenkrimis ... größtenteils ...

 

Aber auch zwei nützliche Ratgeber für den Kattgårdschen Wundergarten. :-)

Und der liebe Michel hat sie alle für mich nach Hause geschleppt.

DANKE + KUSS

Kommentar schreiben

Kommentare: 0