Faluröd, Falu rödfärg und der Bocken Kåre

Es war einmal... vor sehr sehr langer Zeit... vor tausend Jahren oder so, als es noch keine Mine in der Stadt Namens Falun gab und auch kein Königreich in Schweden, da war das Land überzogen von Wäldern und Sumpfgebieten. Die Bauen von Tuna und Torsång ließen ihre Tiere frei in der Umgebung weiden. Eines Tages kam der Ziegenbock Kåre mit rot gefärbten Hörnern zurück auf seinen Bauernhof in Torsång. Der Bauer wunderte sich und weil er sehr neugierig war, folgte er dem Bock am nächten Morgen, um herauszufinden, wie es zu den roten Hörnern kam. So entdeckte er weit draußen in den Wäldern, wie Kåre an den Rand des Sumpfes ging und sich die Hörner am Boden rieb. Der Boden war rot gefärbt und der Bauer glaubte, dass dieser Ort etwas ganz Besonderes sein müsse. Daher fing er mit bloßen Händen an in der Erde zu graben. Als er tiefer in den Berg kam, sah er es schimmern und glänzen: Er hatte eine sehr reiche Kupferader gefunden.

Dies ist die Legende, wie die Geschichte des Bergwerkes in Falun beginnt. Märchenhaft, wie die Schweden es lieben. Denn wie Schwedenfiebernde wissen, sind die roten Pigmente in Falu rödfärg (oder Faluröd) , mit denen man heute die Farbe für die Häuser herstellt ein Abfallprodukt der Kupfergewinnung.

 

Falunrot wurde im 16. Jahrhundert erstmals genutzt, um den nobleren schwedischen Holzhäusern eine Farbe zu geben, die an die Backsteinbauten wohlhabender Mitteleuropäer erinnert. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist sie in allen Gesellschaftsschichten beliebt. Dank Malern wie Carl Larsson, aus Sundborn bei Falun, verankerte sich das Bild der roten Holzhäuser nicht nur in den Köpfen der Schweden.

 

Im Laufe der Jahrhunderte wurde Faluröd DIE traditionelle Farbe der Holzbauten. Aufgrund des enthaltenen Eisenvitriols konserviert der Anstrich aus dem Pigment, vermischt mit Binder aus Stärkekleister und Leinöl, das Holz, obwohl der Anstrich NICHT abriebfest ist. Anlehnen an die Hauswand ist also nur mit Arbeitsklamotten ratsam. ;-)

 

Faluröd lässt sich, im Gegensatz zu Lacken oder dicken Lasuren, sehr gut auf das durchs Sägen raue Holz streichen und haftet auch an verwittertem Holz besonders gut. Man kann es immer wieder überstreichen, gelöste Pigmente verbinden sich dabei gleich wieder mit der frischen Farbe und blättern nicht ab, wie bei einer üblichen Aussenfarbe. Auch die Konsistenz von Rödfärg ist anders als wir es bei Farbe gewohnt sind. Die puddingartige "Schlamm" haftet gut an jedem Pinsel und ist daher äußerst anfängertauglich. :-)

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